Gemeindebrief 4/2002

"Du bist als Stern uns aufgegangen" –
der Liederdichter Jochen Klepper (22.3.1903 – 11.12.1942):
keine leichte Kost zur süßen Weihnachtszeit ...

Die Leitseite zu unseren Jochen-Klepper-Beiträgen finden Sie h i e r ...
 



In dieser Ausgabe:

Editorial ...
Andacht ...
Prof. Martin Rössler zu Jochen Klepper und anderem ...
Weltmissions-Projekt 2003 ...
Unser Klepper-Jahr 2002/2003 ...
Kirchengemeinderat Rainer Ganzner ...
Gemeindebüro neu eingerichtet ...
Umwelt-Tipp Nr. 14 ...




Liebe Leserin, lieber Leser!

Keine leichte Kost zur süßen Weihnachtszeit – darauf muß man sich einstellen, wenn man sich auf einen der bedeutendsten Dichter aus unserem Evangelischen Gesangbuch einläßt: Jochen Klepper wurde vor knapp hundert Jahren, am 22. März 1903 geboren. Der schlesische Pfarrerssohn brach sein Theologie-Studium ab, widmete sich der Rundfunk- und der journalistischen Arbeit. Bekannt geworden ist er durch seinen Roman "Der Vater. Der Roman des Soldatenkönigs" sowie vor allem durch seine postum veröffentlichten Tagebücher "Unter dem Schatten deiner Flügel"; durch sie erhalten wir Einblicke in das Leben eines christlichen Dichters, der unter die Räder der Judenvernichtung im Dritten Reich gerät. Verheiratet mit einer Jüdin, Hanni Stein, droht ihm 1942 die Zwangsscheidung – nachdem er wegen "jüdischer Versippung" bereits aus dem für ihn so wichtigen Wehrdienst als "wehrunwürdig" entlassen und mit einem Veröffentlichungsverbot belegt worden war. Er sieht zusammen mit seiner Frau und seiner Steiftochter, der am Nachmittag des selben Tages die rettende Ausreise endgültig verwehrt worden war, keinen anderen Weg mehr als den Freitod. In der Nacht auf den 11. Dezember 1942 vergasen sich die drei in der Küche ihres Hauses im Berliner Westend. Hinterlassen hat uns Jochen Klepper neben den erschütternden biografischen Einblicken vor allem seinen Band "Kyrie" ("Herr"), in dem seine Kirchenlieder gesammelt sind: In 29 Liedern umdichtet er den Tageslauf, den kirchlichen Jahreslauf sowie die großen Stationen des menschlichen Lebens. Dreizehn seiner Lieder sind in der württembergischen Ausgabe unseres Evangelischen Gesangbuches veröffentlicht – ein Schatz, den es im Gedenkjahr 2002/2003 zu heben gilt. Wir laden Sie in unserer Gemeinde zu dem bislang vielleicht einzigartigen Experiment ein, in einem überschaubaren Zeitraum einmal alle Lieder aus dem "Kyrie" im Gottesdienst zu Gehör zu bringen (siehe Seite 12). Im Interview mit dem früheren Bronnweiler Gemeindepfarrer Prof. Dr. Martin Rößler (ab Seite 3) erfahren Sie in dieser Gemeindebrief-Ausgabe mehr über Jochen Klepper und seine Lieder. Auf der nächsten Seite und auf der Rückseite geht es um Texte Kleppers, die im Gesangbuch nicht zu finden sind. Und viele weitere Informationen gibt es auf unserer Internetseite www.JochenKlepper.de.

Leichte Kost gibt es bei Jochen Klepper keine – aber nahrhafte allemal!

Eine gesegnete Weihnachtszeit wünscht Ihnen Ihr Redaktionsteam

Alexander Behrend (Pfr.), Dietrich Birkenhofer,

Sabine Blank und Sigrid Meiers

Liebe Leserin, lieber Leser!

die Advents- und Weihnachtszeit, das war für den Liederdichter Jochen Klepper die "Hoch-Zeit" des Jahres! Er zelebrierte häusliche Feiern, die Wohnung war feierlich geschmückt, Festvorbereitungen prägten die vorweihnachtlichen Wochen. Und mitten in dieser von der Familie so geliebten Zeit eskaliert die Situation: Die letzten Hoffnungen auf eine Ausreisegenehmigung für die Stieftochter Renate zerplatzen – "Wir sterben nun – ach, auch das steht bei Gott – Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben." "Leben" – das letzte Wort, das Jochen Klepper in sein Tagebuch schreibt; im handschriftlichen Original betrachtet (es liegt heute im Marbacher Literaturarchiv) spricht es Bände: nach unten schwingt die Handschrift aus mit diesem Wort, es entgleitet förmlich. Da ist einer, der das irdische Leben nicht mehr aushält und dessen einziger Ausweg zu Gott ist. Vielleicht war ihm deshalb die Weihnachtsbotschaft so nahe, weil er gespürt hat: Gott wird Mensch – bei Menschen, die unten, ganz tief unten sind. In allen Weihnachtsliedern Kleppers wird davon gesungen und sie sind uns deshalb zwar trost- und hilfreich, aber sie liegen zugleich quer zu unserer adventlich-weihnachtlichen Behaglichkeit: "Die Welt ist heut an Liedern reich. – Dich aber bettet keiner weich – und singt dich ein zu lindem Schlaf. – Wir häuften auf dich unsre Straf."

Von einem "Idyll" hat eine Biographin Kleppers im Blick vor allem auf sein adventliches Haus gesprochen – ein trügerisches Idyll, Rückzug in eine Traumwelt? Klepper war dieser Rückzug erlaubt, weil er sich dort bei Gott wiederfand: bei Gott, der herunterkommt, der kommt, uns zu erlösen, uns zu sich und damit zu uns selbst zu bringen. Behaglichkeit kann die Weihnacht kaputt machen – und man wacht mit einem riesen Kater auf und einem schmerzenden Schädel. Behaglichkeit kann aber auch ein Spiegel des Glaubens sein: des Glaubens daran, geborgen zu sein in den Wirren meiner Zeit – bei einem Gott, der in die Wirren der Zeiten hineingeboren wird und uns nahe ist.

Behagliche Weihnacht wünsche ich Ihnen!

Herzlichst, Ihr

Alexander Behrend, Pfarrer

"Rückblick" – zugleich "Einblicke" zu unserem Schwerpunkt-Thema Jochen Klepper
Dietrich Birkenhofer im Gespräch mit Prof. Martin Rößler

Herr Professor Rößler, warum haben sie die Pfarrstelle in Bronnweiler vorzeitig verlassen?

Lassen Sie mich ein wenig zurückblicken. Zur kleinen Pfarrstelle Bronnweiler gehören von Amts wegen und ohne besondere Vergütung überregionale Zusatztätigkeiten. Mein Vorgänger Johannes Bräuchle z. B. war Jugendpfarrer für den Bezirk Reutlingen. Bei mir kamen zur örtlichen Gemeindearbeit zwei Aufgaben hinzu: zum einen die Vorlesungen und Seminare als promovierter und habilitierter Privatdozent an der Universität Tübingen; im Gefüge der Praktischen Theologie hatte ich schwerpunktmäßig Liturgik, Hymnologie und Kirchenmusik zu vertreten. Zum anderen war ich 1979 als Vertreter der württembergischen Landeskirche in den Gesangbuch-Ausschuss der EKD berufen worden, und das bedeutete viel Schreibtischarbeit, Vorlagen für die Verhandlungen, regelmäßige Sitzungen und Tagungen meist in Ostberlin – das Evangelische Gesangbuch war von vornherein unter den getrennten Regierungen gesamtdeutsch geplant. Als sich die Gesangbucharbeit besonders im Hinblick auf die württembergische Ausgabe so stark vermehrte, hat mir der Oberkirchenrat 1990 eine bewegliche Pfarrstelle für Gesangbuch und Universität ohne Gemeindedienst zugeteilt. Übrigens: von 1982 bis Ende 1989 in Bronnweiler, gut sieben Jahre am gleichen Ort – das erreicht fast den Zeitabschnitt der üblichen "Pfarrersrotation".

Was machen Sie heute?

Zum 1. Advent 1996, am Tag der Einführung des Evangelischen Gesangbuchs in der Landeskirche in Württemberg, habe ich meinen Ruhestand angetreten; eine meiner Hauptaufgaben war erfüllt. 1998 sind wir wieder nach Bronnweiler gezogen, nun als Bürger dieser Gemeinde. Ich arbeite wissenschaftlich weiter: als Herausgeber für Verlage, als Referent für Fachtagungen und als Buchautor. Im letzten Herbst z. B. ist mein umfangreiches Buch "Liedermacher im Gesangbuch" erschienen, eine Liedgeschichte in Lebensbildern; 22 geistliche Dichterinnen und Dichter von Luther bis Klepper und im Ausblick bis zum Jahr 2000 werden nach Biographie und Liederwerk ausführlich beschrieben.

Warum war die Herausgabe des neuen Gesangbuches nötig?

Es ist gut, dass Sie auf unser Evangelisches Gesangbuch zu sprechen kommen. Für die Neuorientierung der singenden Gemeinde gibt es einige gewichtige Gründe. Schon an der Kirchengeschichte ist abzulesen: Alle 40 bis 50 Jahre erscheint ein neues offizielles landeskirchliches Gesangbuch; nach zwei Generationen hat sich die Landschaft des Singens offensichtlich so stark verändert, dass ein ererbtes Buch nicht mehr ausreicht. Für unsere Situation kommen weitere Beobachtungen hinzu. In Vitalität und Aktualität ist ein Neues Lied entstanden: Preisausschreiben, moderne Gottesdienste, Kirchentage, biblische Erzähl- und Kinderlieder, um nur einige Phänomene zu nennen. Gewachsen ist auch ein musikalisches Interesse: neue Rhythmen und Arrangements, Kehrverslieder, Singsprüche, ein vermehrter Gebrauch von Kanons und seit Taizé von mehrstimmigen Liedsätzen. Das angebrochene Zeitalter der Globalisierung, der europäischen und internationalen Beziehungen spiegelt sich in der neuen Gestaltung: Rund 75 Lieder aus anderen Sprach- und Kulturbereichen sind in Übersetzungen, zum Teil zusätzlich in den Originalsprachen, in das Evangelische Gesangbuch aufgenommen. Und die konfessionelle Ökumene hat im Liedgut erfreuliche Fortschritte gemacht: Bei über 200 Nummern wird im Evangelischen Gesangbuch "ö" gesetzt, bei Liedern, die in Text und Tönen von allen Kirchen gemeinsam verantwortet und benützt werden. Diese Überlegungen führten notgedrungen zu einem aufwendigen Gesangbuch-Verfahren – 14 Jahre, in Württemberg wegen des eigenen Regionalteils sogar 17 Jahre intensivster Arbeit.

Also fast ein "Jahrhundertwerk"?

Ob das so ist, das müssen andere beantworten, die Zeitgenossen, die verschiedenen Richtungen in der Kirche, unsere Familien, Kinder und Enkel. Jahrhundertwerk vielleicht insofern, als die Trends um die Jahrtausendwende, soweit sie zu erkennen waren, konsequent analysiert und mit dem vorhandenen Liedgut weitgehend aufgefangen worden sind. Das gute Echo in der Kirche und Gesellschaft bestätigt das vorliegende Ergebnis.

Im Vorspann des Gesangbuches heißt es: Antwort finden in alten und neuen Liedern, in Texten und Bildern. Wie ist etwa das Verhältnis der Anzahl der alten Lieder im Vergleich zu den neuen Liedern?

Richtig: Die Titelseite des Gesangbuchs stellt ein Programm dar. Zielvorstellung ist nicht ein Absingen der an der Nummerntafel angeschriebenen Lieder, sondern die Erwartung einer hilfreichen Antwort auf die Fragen nach Glauben und Leben in unserer Zeit; alte und neue Lieder, Tradition und Innovation eng beieinander. Wenn Sie nach dem Liedgut fragen, ist erst mal zu klären, wann es beginnt. Nach allgemeiner Sprachregelung ist das sogenannte Neue Lied nach dem Zusammenbruch von 1945, genauer in den Aufbaujahren nach 1960 entstanden, und es hat nicht durch das letzte Gesangbuch von 1953, sondern durch Liedblätter, Privatveröffentlichungen und Beihefte seinen Weg in die singende Gemeinde gefunden. Im gesamtdeutschen Stammteil des Evangelischen Gesangbuchs umfasst dieser Beitrag der zumindest noch lebenden Autorinnen und Autoren rund 100 Texte und 50 Melodien ohne Doppelzählungen. Hinzu kommen noch etwa 80 neue Lieder im württembergischen Regionalteil vor allem aus der Frauenbewegung, aus kommunitären und neupietistischen Gruppierungen. Das Neue Lied macht gut 30% im Gesangbuch aus, rund ein Drittel – eine gewaltige Steigerung gegenüber dem Vorgängerbuch, und es sind in Thematik und Stil überraschend neuartige Lieder dabei.

Warum wurden auch Texte abgedruckt?

Der äußere Anlass ist recht einfach. Im Evangelischen Gesangbuch sind die Lieder so abgedruckt, dass prinzipiell alle Strophen mit der Melodie zusammen zu erfassen sind, ohne umblättern zu müssen; wichtig für Sängerinnen und Sänger, vor allem aber für Klavier- und Gitarrenspieler, die aus dem Gesangbuch singen und begleiten wollen. Wenn aber ein Lied auf einer neuen Seite beginnen muss, bleiben oft weiße Flecken. Schon die Stammausgabe druckt hier Bibelworte, Väterzitate und einige markante Dichterworte ab. Erst die Ausgabe in Bayern hat daraus ein durchgängiges Prinzip der Textierung gemacht und manchmal sogar eine neue Seite für solche Zwischentexte geopfert. Für unsere württembergische Ausgabe hat die Landessynode diese Gestaltung übernommen; Texte wurden kritisch geprüft und neu zusammengestellt. So ist ein Geflecht von über 400 Zwischentexten aus Bibel und der gesamten Weltliteratur entstanden: Kontexte, Kontrasttexte, die das Lied interpretieren und in einen weiten Horizont stellen. Viele Gesangbuchbenutzer haben außerdem in diesen Zwischentexten Impulse, Motto und Losung, Dank und Trost für einen Tag und weit darüber hinaus ausgedrückt gefunden.

Und erstmals gibt es auch Bilder!

Ja, Texte und Bilder sind neben den Liedern auf der Titelseite genannt. Schlagen wir ein Gesangbuch aus der Reformations- oder Barockzeit auf, können wir über bibliophile Gestaltung nur staunen: Holzschnitte, Zierleisten, kunstvoll verzierte Initialen und graphisch gestaltete Notendrucke – wie kahl und dürr waren dagegen die Gesangbücher der letzten Jahrhunderte! Auch für das Evangelische Gesangbuch war eine solche Schmuckausgabe geplant, doch über die Ausführung konnte für die Gesamtkirche keine Einigung erzielt werden: Sollten es mittelalterliche Miniaturen oder Rudolf-Schäfer-Bilder, Dürer oder Chagall sein? Wiederum waren es die Bayern, die mit meist modernen, schwarz-weißen Graphiken eine Lösung gewagt haben. Entsprechend hat die Ausgabe für Württemberg die Grundidee übernommen und vor jede Unterabteilung ein Bild gesetzt, das zusammen mit dem Kernwort der Bibel und dem Leitlied auf den Gehalt des Abschnitts hinweist: 45 Bilder. Außerdem werden drei Farbgebungen als Leitsystem verwendet, und sie vermitteln einen einladenden und freundlichen Eindruck.

Ich will jetzt einen der neueren Dichter herausgreifen: Jochen Klepper.

Sie haben recht, Jochen Klepper tritt jetzt stärker in unser Bewusstsein: Am 11. Dezember 2002 begehen wir seinen 60. Todestag, am 22. März 2003 seinen 100. Geburtstag. Jochen Klepper ist Literat, ein Dichter von Gottes Gnaden, der mit Aufsätzen, Romanen und seinen Tagebüchern bekannt geworden ist. Sein schmales Gedichtbändchen "Kyrie" mit letztlich 29 Liedern wurde gleich beim Erscheinen begeistert aufgenommen; zeitgenössische Komponisten wie Gerhard Schwarz, Johannes Petzold, Fritz Werner und andere haben Kontakt mit Klepper aufgenommen und seine Gedichte alsbald in Musik gesetzt, meist als Chorlieder. Und diese Melodien sind so unlösbar mit den Texten verbunden, dass wir sie bis heute problemlos benutzen.

Es heißt, Kleppers Lieder seien richtungsweisende Glaubenszeugnisse in schwerer Zeit.

Die Grundlage seines Dichtens ist die kompromisslose Unterwerfung unter das Wort der Bibel; daher seine prägnanten, schlagfertigen und unmittelbar einleuchtenden Sätze, sein tiefer Ernst, wenn es um menschliche Schuld und göttliche Vergebung geht. Hintergründig schimmert sein Lebensschicksal durch: Klepper, mit einer jüdischen Frau verheiratet, selbst geängstigt, verfolgt und letztlich zerbrochen an der Gewaltherrschaft des Nazi-Regimes. Er erkennt und bekennt Gott als Richter und Retter; in seinen Versen, die um den gnädigen Gott ringen, erfährt er Trost und Befreiung, in aller Bedrängnis und Barbarei eine tiefe Geborgenheit. Indem Kleppers Lied nicht mit einer populistischen Zeitgemäßheit liebäugelt, vermag es ewige Werte und Wahrheiten wirksam zu vermitteln. Darin sehe ich Kleppers Bedeutung für uns.

Wieviele Lieder von Jochen Klepper sind im aktuellen Evangelischen Gesangbuch abgedruckt?

Im letzten Gesangbuch von 1953 waren es im Hauptteil gerade einmal drei Lieder – es hätten ja viel mehr sein können, wenn man einen Blick dafür gehabt hätte; im Stammteil des neuen Gesangbuchs sind es zwölf Lieder – für einen schon bekannten Dichter ein einmalig großer Zuwachs.

Und welches Lied Kleppers ist das schönste oder das bedeutendste?

Das lässt sich nur subjektiv beantworten. Lebe ich im Rhythmus des Kirchenjahres, wird im Advent "Die Nacht ist vorgedrungen" (EG 16) oder zum Jahreswechsel "Der du die Zeit in Händen hast" (EG 64) in den Vordergrund treten. Den Tagesablauf begleitet "Er weckt mich alle Morgen" (EG 452), "Der Tag ist seiner Höhe nah" (EG 457 – ein wichtiges Lied!) und "Ich liege, Herr, in deiner Hut" (EG 486). Der Dichter schenkt uns ein Lied zur Taufe (EG 208), zur Trauung (EG 239) oder zum Lebensabschied (EG 532). Immer wichtiger wird mir das bisher unbekannte Lied "Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin" (EG 380) im vierstimmigen Satz. Bedeutend ist also nicht eine einzelne Perle, sondern die ganze Perlenkette. Und deshalb freue ich mich über den Plan Ihres Pfarrers Behrend, der im Jubiläumsjahr eine Reihe von Liedpredigten über Kleppers Texte halten will; es werden substantielle und existentielle Entdeckungen ans Licht kommen.

Unser Weltmissionsprojekt für das Jahr 2003:
Hilfe für Erdbebenopfer im Iran
Dietrich Birkenhofer informiert aus dem Kirchengemeinderat

Der Kirchengemeinderat hat sich in seiner Oktober-Sitzung einstimmig für die Unterstützung eines Projektes im Iran ausgesprochen. Dort hatte ein starkes Erdbeben in der Region Qazvin nahezu jedes Haus zerstört und außerdem die Ernte vernichtet. Da bei dem Erdbeben relativ wenig Menschen zu Schaden kamen, gilt es jetzt den Menschen zu helfen und das Zerstörte wieder aufzubauen. Zunächst wird man 50 Familien ein neues Zuhause geben. Später will man die Landwirtschaft wieder aufnehmen, Schulen und Krankenstationen bauen.

Kann man als Christen im Iran helfen, in einem streng islamisch geführten Land? Ja, gerade deswegen! Ich habe mich sofort erinnert an 1945, an die segensreiche Einrichtung der Care-Pakete. Ich erinnere mich, dass ich die ersten Süßigkeiten, die ich nach dem Krieg bekam, einem amerikanischen Care-Paket entnommen habe, ebenso Kleider und Schuhe … Ich erinnere mich, dass uns unbekannte Amerikaner Hilfspakete mit Lebensmitteln und anderem Inhalt – als es fast nichts zu kaufen gab – sandten und wir uns nicht mal dafür bedanken konnten, weil wir keinen Absender kannten. Man schickte es uns: den Kriegsgegnern von einst, nein: von kurz zuvor!

Die Württembergische Landessynode bittet wieder die Kirchengemeinden, wenigstens 0,75 € je Gemeindeglied für das "Opfer für die Weltmission" bereitzustellen. In Gönningen sind das rund 1650 €. Wir werden in mehreren Sonntagsopfern um Spenden für dieses Projekt bitten. Falls Sie sich durch eine Überweisung an diesem Projekt beteiligen wollen, steht Ihnen natürlich unser Konto Nr. 91569, bei der Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00, Stichwort "Weltmissionsprojekt", zur Verfügung.

2002/2003: Ein Jahr mit den Liedern Jochen Kleppers ...

… in unserer Gemeinde Die Numerierung bezieht sich auf die "Liednummer" in Kleppers Sammlung "Kyrie. Geistliche Lieder" (durchgezählt). Auf dem Klepper-Tisch in der Kirche (Februar/März: Gemeindehaus) können Sie jeweils auch die Texte von zurückliegenden Gottesdiensten erhalten.

So. 1. Dez.
9.30 – Kirche

1. Sonntag
im Advent

  • Das Kirchenjahr 6 (Melo.: EG 400)
  • Die Nacht ist vorgedrungen 8 (EG 16)

So. 8. Dez.
9.30 – Kirche

2. Sonntag
im Advent

  • Tauflied 26 (M: 255; EG 208)

Mi. 25. Dez.
9.30 – Kirche

Heiliges Christfest

  • Abendmahlslied zu Weihnachten 11 (M: 369)

Do. 26. Dez. u. inhaltsgleich So. 29. Dez.
9.30 – Kirche

Zweiter Weihnachtsfeiertag/
Sonntag nach dem Christfest

  • Wer warst du 7 (M: 193)
  • Sieh nicht an 9 (EG-Wü 539)
  • Weihnachts-Kyrie 10 (EG 50)
  • Weihnachtslied im Kriege 12 (Lesung)

Di. 31. Dez.

18.00 – Kirche

Altjahrsabend

  • Ja, ich will euch tragen 13 (EG 380)
  • Zuflucht ist bei dem alten Gott 14
  • Neujahrslied 15 (EG 64)

So. 16. Feb.
9.30 – Gem.haus

3. Sonntag vor der Fastenzeit

  • Hochzeitslied 28 (EG 239)

Thema "Paare"

So. 23. März
9.30 – Kirche

Okuli (3. Sonntag der Fastenzeit)

  • Konfirmationslied 27 (M: 255 od. 208)
  • Geburtstagslied 25 (EG 379)

Wir feiern Goldene Konfirmation!

Fr. 18. April

9.30 – Kirche

Karfreitag

  • Gründonnerstags-Kyrie 16 (M: 50)

So. 20. April
9.30 – Kirche

Heiliges Osterfest

  • Siehe, das ist Gottes Lamm 17

Do. 29. Mai
9.30 – Kirche

Tag der Himmelfahrt des Herrn

  • Himmelfahrtslied 18 (Lesung)

So. 8. Juni
9.30 – Kirche

Heiliges Pfingstfest

  • Pfingstlied 19 (Lesung)

So. 21.(?) Sept.
9.30 – Kirche

14. Sonntag nach Trinitatis

  • Ambros. Morgengesang 1 (EG 453); Er weckt mich 2 (EG 452); Der Tag 3 (EG 457); Ich liege 4 (EG 486); Trostlied am Abend 5 (EG-Ö 629)

Thema "Tageslauf"

So. 19. Okt.
9.30 – Kirche

18. Sonntag nach Trinitatis

  • So will ich 29 (M: 284)

Thema "Männer und Glaube"

So. 2. Nov.
9.30 – Kirche

20. Sonntag nach Trinitatis

  • Reformationslied 20 (M: 208)

Mi. 19. Nov.
20.00 – Kirchen

Buß- und Bettag

  • Bußtagslied 21 (Lesung)

So. 23. Nov.
9.30 – Kirche

Totensonntag

  • Mein Gott, ich will 22 (M: 369)
  • Trostlied am Totenso. 23 (EG 532)
  • Der Herr ist nah 24 (M 330)

Ab die Post: Unser "FAZ"-Fragebogen ging diesmal an Kirchengemeinderat Rainer Ganzner

In unserer Serie können Sie die neu gewählten Kirchengemeinderätinnen und -räte besser kennenlernen. In Anlehnung an das Muster der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" befragten wir Kirchengemeinderat Rainer Ganzner, verheiratet, Vater von zwei Kindern, von Beruf Postbeamter, seit vielen Jahren Bläser im Posaunenchor unserer Gemeinde; Schwerpunkt im Kirchengemeinderat: Gemeindenachbarschaft.

Haben Sie ein Vorbild?

Nein, ich wollte nie so sein wie andere Personen.

Welche besonderen Eigenschaften würden Sie gerne besitzen?

Ich würde gerne Bücher schreiben können oder Bilder malen.

Welcher Traum sollte mal für Sie in Erfüllung gehen?

Zeit haben für eine Weltreise.

Ihre Lieblingsbeschäftigung (wenn Sie viel Zeit haben)?

Nochmals: Reisen.

Wie heißt Ihr Konfirmationsspruch?

"Alles was ihr tut mit Worten oder Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesus Christus und danket Gott, dem Vater, durch ihn." (Kolosser 3, 17)

Lieblingskirchenlied?

Lied 357 im Evangelischen Gesangbuch: "Ich weiß woran ich glaube".

Lieblingskomponist?

Mozart zum Hören, Bach zum Spielen.

Welche Musikart lieben Sie besonders?

Klassische Musik, europäische Folklore.

Lieblingsfilm?

Gibt es nicht; wenn, dann wäre es ein Dokumentarfilm oder ein Reisebericht.

Ihr Lieblingstier?

Ronja, der Hund meiner Tochter.

Ihre Lieblingsblume?

Die Rose.

Ihre Lieblingsfarbe?

Gelb und blau, die Farben unseres
Familienwappens.

Lieblingssportart?

Wandern, speziell das Bergwandern.

Lieblingssportler?

Amateursportler, die nicht gedopt sind.

Lieblingsnamen?

Markus und Nicole.

Welches Bauwerk bewundern Sie am meisten?

Das Kolosseum in Rom.

Welche Errungenschaft der Menschheit halten Sie für die wichtigste?

Die Entdeckung des Penicillins.

Welche menschliche Errungenschaft halten Sie für überflüssig?

Biologische Waffen.

Welches Elend auf der Welt würden Sie sofort abschaffen?

Diktaturen.

Welche Stunde am Tag ist Ihnen die liebste?

Stunden am Sonntag-Morgen.

Ihr augenblickliches Lebensmotto?

"La vita e bella": das Leben ist schön.

Welche Frage haben Sie vermisst?

Die Allerweltsfrage nach meinen
Hobbies.

"Einblick" – Schauen Sie doch mal vorbei ...
Gemeindebüro im Pfarrhaus neu eingerichtet

Nach viel Vorarbeit durch unsere Kirchenpflegerin und Pfarramts-Sekretärin Beate Heissel ist es nun wahr geworden: Komplett umgestaltet und funktional eingerichtet präsentiert sich unser Gemeindebüro. Nicht nur viel Stauraum sowie einen ergonomischen Arbeitsplatz für Frau Heissel (mit Sichtschutz, um personenbezogene Unterlagen diskret bearbeiten zu können) gibt es jetzt, sondern auch eine Arbeitsfläche für weitere Mitarbeiter, die beispielsweise Druckvorlagen erstellen möchten. Über das kleine Computernetzwerk haben Pfarrer und Sekretärin Zugriff auf die gemeinsamen Daten; und natürlich bedienen sich beide auch des Internets und der elektronischen Post. Schauen Sie ruhig einfach mal so vorbei – auch wenn Sie gerade keine Patenbescheinigung, eine Auskunft über das Kirchgeld oder die Gemeindehaus-Belegung benötigen!

Unser Umwelt–Tip (Nr. 14): "Was schätzen Sie ¼ "

von Ursel Nübel

Was schätzen Sie: Wie viel des Energiebedarfs geht in unseren privaten Haushalten in die Erzeugung von Wärme? Man glaubt es kaum – aber es sind etwa 80%! Deshalb können wir hier besonders viel Energie sparen. Und da hilft auch das richtige Lüften. Verbrauchte Raumluft wird am besten durch Stoßlüften ausgetauscht, indem fünf bis zehn Minuten das Fenster weit geöffnet wird. Bleiben dagegen die Fenster der Bequemlichkeit halber über Stunden gekippt, so führt das dazu, daß die Wände unnötig auskühlen und die Heizkörper dauernd Wärme liefern, die direkt durchs Fenster verschwindet.