Gemeindebrief 3/2002

Bildung? Wir tun was ...
Schwerpunkt-Thema: Kindergarten und PISA

Die Dokumentation der Veranstaltung zum Thema Kindergarten und Bildung im November 2002 finden Sie h i e r ... und die Leitseite unseres Kindergartens h i e r ...
 



In dieser Ausgabe:

Editorial ...
Bildung und Glaube ...
Bildung und Kindergarten ...
Einblicke in die Gönninger Kindergäten ...
Umwelt-Tipp Nr. 13 ...
Kirchengemeinderätin Susanne Stähle ...
Die Kirche und das liebe Geld ...
Die neue Kirchenchorleiterin und die neue Mesnerin ...
Thesen zum Thema Bildung ...




Liebe Leserin, lieber Leser!

Die PISA-Studie hat das Thema Bildung ins Blickfeld des öffentlichen Interesses gerückt – schon dafür hat sich diese Studie, die die Schüler-Leistungen international vergleicht, für uns gelohnt!

Als Trägerin von Jugendarbeit und vor allem auch eines Kindergartens, dessen gesetzlicher Auftrag es ist, die Kinder zu "bilden", bleibt unsere Kirchengemeinde am Thema dran.

Der Kirchengemeinderat hat schon im Frühjahr eines seiner ersten Treffen in der neuen Zusammensetzung in unserem Kindergarten in der Rosmarinstraße abgehalten und sich beeindrucken lassen von der dort geleisteten Erziehungs- und Bildungsarbeit.

Eine Fach- und Gemeinde-Veranstaltung mit dem Tübinger Erziehungswissenschaftler Prof. Ludwig Liegle wird einen weiteren Beitrag leisten, sich mit dem Thema zu beschäftigen; aber auch die aktuelle Ausgabe des Gemeindebriefes. Und natürlich wird uns "die Bildung" auch weiterhin begleiten durch die tägliche Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden und im Schulunterricht – und vor allem auch durch das hohe Engagement unserer Erzieherinnen im evangelischen Kindergarten!

Womit wir wieder beim Schwerpunkt-Thema wären, und da wollten wir ja hin – kommen Sie mit!

Anregende Lektüre,

angenehme Herbsttage

wünscht Ihnen

Ihr Redaktionsteam

Alexander Behrend (Pfr.), Dietrich Birkenhofer,

Sabine Blank und Sigrid Meiers

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich geb’s am besten gleich zu Beginn zu: Ich weiß es immer noch nicht so genau, was Bildung heißt! Mittlerweile weiß ich allerdings auch, daß ich damit nicht allein dastehe – mancher gibt’s halt nur nicht zu, so bekommt man den Einruck. Dabei wird sie doch seit "PISA" unentwegt im Munde geführt, die "Bildung". Und auch in unseren einschlägigen Gesetzestexten begegnet sie uns natürlich, beispielsweise im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG), § 22: "In Kindergärten soll die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden. Die Aufgabe umfaßt die Betreuung, Bildung und Erziehung des Kindes."

Den Kindergarten sollen also gebildete Kinder verlassen, wenn sie an die Grundschule "weitergereicht" werden. Sind Ihre Kinder, sind Sie gebildet?

Wer würde schon von sich selbst sagen, er oder sie sei gebildet (höchstens vielleicht ein Un- oder Ein-Gebildeter). Offensichtlich können wir es immer nur über andere sagen: Er oder sie ist gebildet. Manchmal meinen wir damit dann schlicht, dass einer viel weiß – und dass er nicht nur "halb-gebildet" ist, sondern mit seinem Wissen auch umzugehen versteht.

Wir kennen aber auch den Ausdruck "Herzensbildung"; das ist etwas, was sich offensichtlich in einer tieferen Schicht menschlichen Lebens abspielt: Wenn da einer bereit und fähig ist, mitzugehen mit anderen, mitzufühlen, Teil zu nehmen am Ergehen anderer. Vielleicht ist man mit diesem altertümlichen Wort "Herzensbildung" näher dran an dem, was Bildung meint, als mit allen Begriffen, die die Verwechslung mit Wissen nahe legen.

Ein gebildeter Mensch ist einer, der die Welt mit den Augen anderer anschauen kann; ein religiös gebildeter Mensch ist einer, der sich selbst, die anderen, die Welt mit Gottes Augen sehen kann.

"Ich habe dich bei deinem Namen gerufen" – so führt der Prophet Gott im Munde. Gott kennt mich mit Namen, ich muß mir nicht erst einen machen – und ich kann Gnade vor Missgunst und Eitelkeit gegenüber anderen walten lassen. Ob das an Bildung reichen würde? Viel wäre es immerhin!

Herzlichst, Ihr

Alexander Behrend, Pfarrer

PISA auf dem Weg in den Kindergarten

Unser Gönninger Gemeindeglied Dr. Margarete Blank-Mathieu, seit einigen Monaten promovierte Erziehungswissenschaftlerin, ist vielen noch als Mitarbeiterin in der Jugendarbeit bekannt; unsere Kontakte zu unserer amerikanischen Partnergemeinde trägt sie mit – und zur Zeit ist sie natürlich zum Thema Bildung eine gefragte Gesprächspartnerin für uns. Sie gibt Ihnen Gedankenanstöße zum Thema mit und eine Einladung.

"Das kleine Kind ist in ungleich höherem Maße sein eigener Lehrmeister als es später der Schüler sein wird."

(Hartmut von Hentig)

Die Diskussion um die PISA-Studie hat auch für den Kindergarten Auswirkungen. Viele meinen, dass die Zeit, in der Kinder besonders neugierig und wissensdurstig sind, wie das in der Vorschulzeit der Fall ist, genützt werden sollte, um eine Art "Vorschule" zu etablieren. Dies wäre aber im Sinne der frühpädagogischen Wissenschaft eine unangebrachte Art und Weise, Wissensinhalte bereits in die vorschulische Zeit zu verlegen oder gar den späteren Schulerfolg zu garantieren.

Man muss wissen, wie Kinder (und nicht nur kleine Kinder) lernen.

Zunächst haben alle Kinder biologisch dieselben Voraussetzungen, um ihre Umwelt in sich aufzunehmen, sich ihr eigenes Bild von der Welt zu machen. Je mehr Sinneserfahrungen damit verknüpft werden, desto stabiler bilden sich die Strukturen im Gehirn aus, die später im Schulunterricht abgerufen und erweitert werden können.

Kinder können, wenn ihnen genügend Umweltreize zur Verfügung stehen, ihr Wissen selbstständig aufbauen und erweitern. Grundlagen dafür werden bereits in der Säuglingszeit (und vielleicht bereits im Mutterleib) gelegt. Was können sie hören, sehen, schmecken und fühlen?

In der Zeit vor der Schule müssen dazu stabile emotionale Beziehungen vorhanden sein, damit Kinder neugierig auf die Welt um sie herum werden und sich auch bei neuen Erfahrungen nicht ängstlich zurückziehen. Eltern, Erzieher und Erzieherinnen, Bekannte und Verwandte, aber vor allem auch andere Kinder sind wichtig, um vielfältige emotionale (gefühlsbetonte) und rationale (wissensbetonte) Erfahrungen machen zu können.

Dem Kindergarten als erste "Bildungsinstitution" kommt dabei eine wesentliche Aufgabe zu. Kinder dürfen dort ihren eigenen Interessen entsprechend und ihrem eigenen Tempo gemäß neue Erfahrungen machen, mit allen Sinnen "begreifen" lernen, was es auf dieser Welt gibt. Dies beginnt mit Naturerfahrungen, setzt sich fort mit der Umwelt des Kindergartens und lässt auch erste Erfahrungen mit Physik, Chemie und Technik zu.

Selbstbildungsprozesse, wie man dies wissenschaftlich nennt, werden in Gang gesetzt, und durch die Bindung an Personen, die den Kindern freundlich und liebevoll begegnen, werden diese lustvoll erlebt.

Kinder können fragen, was sie bewegt, bekommen ihrer Entwicklung gemäß Antworten, die ihnen "einleuchten" und erweitern so ständig ihr Wissen, ohne dass dieses einem festgeschriebenen Lehrplan entsprechen müsste.

Jedes Kind bringt eigene Erfahrungen und eigene Interessen mit, jedes hat ein anderes Lerntempo und einen anderen Charakter. Nur im Vorschulbereich, in dem es noch keine Vorschriften über die Wissensinhalte gibt, kann darauf eingegangen werden.

Die Erzieherinnen wissen, welche Themen die Kindergruppe bewegen, welche Fragen dort gerade aktuell sind. Darauf können sie eingehen.

Das ist die große Chance der Zeit vor der Schule. Dass dies Eltern (die oft meinen, Lernen geschehe erst in der Schule), aber auch den Trägern der Kindergärten (die häufig gerade dort meinen sparen zu können), und nicht zuletzt den Erzieherinnen selbst immer wieder bewusst wird, dafür wollen wir einen Abend gemeinsam gestalten und mit Verantwortlichen aus Wissenschaft, Kirche, Gewerkschaft, Kindergärten, Schule und Eltern Informationen und Meinungen austauschen und diskutieren.

Dieser Abend soll dazu dienen, miteinander zu überlegen, was Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen tun können, um die Bildung bei kleinen Kindern zu fördern und zu unterstützen: Neugierverhalten unterstützen, Forschungsmöglichkeiten bereitstellen, eine Umwelt gestalten, die es Kindern ermöglicht, erste Erfahrungen in der Welt zu machen.

Wir laden Sie ein: 

Wie Kinder sich bilden …

oder: Wo hat der Regenwurm seine Augen?

Unsere Kindergärten

und die aktuelle Bildungsdiskussion

Vortrag: Prof. Dr. Ludwig Liegle;

Gespräch mit Eltern und anderen Experten

Donnerstag, 14. Nov. 2002 –

ev. Gemeindehaus Gönningen – 20.00 bis 21.45 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) Kreis Reutlingen/Tübingen, Fachgruppe Sozialpädagogische Berufe

und der Evangelischen Kirchengemeinde Gönningen– Pfr. A. Behrend –

Torstr. 20 – 72770 RT – Fon (07072) 2365 – Fax 60877 –

EMail EKGGoenningen@gmx.de

Dokumentation im Internet unter www.KindergartenRosmarinstrasse.de und

www.gew-reutlingen-tuebingen.de

"Einblicke" – in die Gönninger Kindergärten
geben die Leiterinnen der drei Einrichtungen

Drei Kindergärten gibt es in Gönningen – die drei Leiterinnen haben wir zu ihren aktuellen Einschätzungen der Kindergartenarbeit befragt. Vielen Dank Dorothea Bauer und Yvonne Sartori von den Städtischen Kindergärten Ziegelhüttestraße und Stöffelburgstraße und Martina Hipp von unserem Evangelischen Kindergarten in der Rosmarinstraße für das Gespräch!

Manche sprechen vom PISA-Schock, den diese Untersuchung zum Thema "Bildung bei 15-jährigen Schülerinnen und Schülern" ausgelöst hat. Sie haben es mit einem jüngeren Klientel zu tun: Hat PISA für Sie Auswirkungen in Ihrem Nachdenken über Ihre Arbeit und in Ihrer praktischen Tätigkeit?

Dorothea Bauer: Wie bereits in der Frage formuliert, wurde die PISA-Studie mit 15jährigen durchgeführt. Es wurden Lerninhalte abgefragt und verglichen. Wissensvermittlung und Wissensabfrage sind schulische Inhalte und auf den ersten Blick nicht im Kindergartenbereich angesiedelt. Wenn wir jedoch das Lernen als Prozess begreifen, der mit der Geburt eines Kindes beginnt und mit dem Tod endet, hat die PISA-Studie mit allen Bildungsbereichen zu tun. Dann müssen sich alle an der Entwicklung Beteiligten fragen lassen, was ist falsch gelaufen oder was haben wir falsch gemacht? Kindergartenkinder stecken voller Tatendrang. Sie möchten ihre Umwelt erobern und sie bringen dafür Leistung und Einsatz. Kinder im Kindergartenalter zwischen drei und sechs Jahren lernen anders als Schulkinder, deshalb müssen Lerninhalte auch anders vermittelt werden als in der Schule. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Kinder altersentsprechend zu fördern und ihre Entwicklung in allen Entwicklungsbereichen zu unterstützen. Lernen hat immer etwas mit Erfahrung-Sammeln zu tun und Erfahrungen sammeln kann ich nur in Aktion mit Menschen, Dingen und Sachen.

Martina Hipp: Neben der Schule ist durch PISA unsere pädagogische Kindergarten-Arbeit schlagartig ins öffentliche Licht gerückt worden. Anfangs verunsicherten mich die Thesen und Meinungen, die vor allem in der Presse laut wurden. Durch Gespräche wandelte sich meine Haltung, denn ich sehe das öffentliche Interesse als eine Chance, unsere Arbeit noch transparenter zu machen. Denn, dass wir neben dem Erziehungs- auch einen Bildungsauftrag haben, ist doch eigentlich nichts Neues.

Wir vom Kindergartenteam stützen uns auf unsere Konzeption mit ihren Zielen und Schwerpunkten. Den Bildungsauftrag sehen wir als ein ganzheitliches Element, d. h. wir möchten den Kindern persönliches, soziales, sachliches und methodisches Lernen ermöglichen. Das Kind lernt im Spiel. Da Spielen die Lebensform des Kindes ist, macht es hierbei grundlegende (Lern-)Erfahrungen. Aus diesem Grund nimmt das Spiel einen hohen Stellenwert im Tagesablauf ein. Dies kann z. B. bei der Projektarbeit zum Tragen kommen. Durch das Forschen, Entdecken und die Selbsttätigkeit des Kindes in anregungsreicher Atmosphäre ermöglichen wir den Kindern positive Erfahrungen mit dem Lernen.

Yvonne Sartori: Natürlich überdenken wir unsere Arbeit auch hinsichtlich der Bildung der Kinder. Das war für uns nie außergewöhnlich. Schließlich lebt gute pädagogische Arbeit von täglicher Reflexion im Team. Stets müssen wir unsere Arbeit den Bedürfnissen der Kinder anpassen. Für mich bedeutet Pädagogik: Bewegung und Flexibilität. Und das nicht erst seit PISA!

Über das Thema Bildung hinaus: Welche Änderungen erwarten Sie im Kindergartenbereich in der Zukunft?

Dorothea Bauer: Ich hoffe nicht, dass uns die PISA-Studie wieder dahin bringt, wo wir in den 70er-Jahren schon einmal waren, zum Frühlese- und Frührechenprogramm. Im Kindergartenbereich hat sich in den letzten Jahren sehr viel verändert und entwickelt. Mir gefällt der ganzheitliche Ansatz und die Orientierung am Kind und an seinem Entwicklungsstand. Es wäre schön, wenn wir diesen Weg weiter verfolgen würden.

Martina Hipp: Ich denke, die Regelkindergärten in ihrer jetzigen Form werden in Zukunft eher vom Aussterben bedroht sein und sich in Ganztageseinrichtungen umwandeln. Die Einrichtungen werden vermehrt elementare Erziehungsaufgaben, die früher in der Familie geleistet wurden, übernehmen müssen. Daneben wird die Betreuung der unter Dreijährigen und der Schulkinder in "Kinderhäusern" in Zukunft ein wichtiges Thema sein.

Yvonne Sartori: Die Kinderbetreuung wird sich den veränderten Bedürfnissen der heutigen Familien anpassen müssen. Das wird sich nicht nur in der Pädagogik, sondern auch in der Betreuungsform und in den Öffnungszeiten widerspiegeln. Viele Einrichtungen werden Ganztagsbetreuung für Kinder vom Kleinkindalter bis hinein ins Schulkindalter anbieten. Dadurch, dass familiäre und nachbarschaftliche Unterstützungsnetze schwinden, kann ich mir durchaus vorstellen, dass unsere Einrichtungen zunehmend in den Mittelpunkt der Stadtteile rücken. Ein Ort, der auch zur Begegnungsstätte aller Altersgruppen wird. Ein gegenseitiges Verständnis der Generationen würde dadurch sicherlich gefördert.

Und was wünschen Sie sich an Veränderungen?

Dorothea Bauer: Als Veränderung würde ich mir wünschen, dass alle an der Erziehung Beteiligten noch besser zusammenarbeiten, dass wir Kindergarten und Schulzeit als eine grundlegend wichtige Zeit begreifen und dass wir Kinder erst einschulen, wenn sie sprachlich so weit entwickelt sind, dass sie dem Unterricht ohne Probleme folgen können. Ich wünsche mir, dass wir Kindern die Lust am Entdecken und an der Auseinandersetzung mit dem Umfeld auch über die Kindergartenzeit hinaus erhalten können, dass wir die Bildung als ganzheitliche Aufgabe begreifen und dass Schule nicht nur Wissensvermittlungsanstalt sein muss, sondern auch wieder ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen darf.

Martina Hipp: Ich würde mir deutlich kleinere Gruppen wünschen, damit wir uns für die Bedürfnisse einzelner Kinder mehr Zeit nehmen könnten. Die personelle Ausstattung sollte pro Gruppe bei mindestens zwei Fachkräften liegen, und um lebensnahes Lernen zu ermöglichen, wären angestellte Fachleute aus unterschiedlichen Sparten eine wirkliche Bereicherung der pädagogischen Arbeit. "Die spielen doch nur …", mit diesem Satz wird unser schöner und vielseitiger Beruf leider viel zu häufig abgewertet und das sollte sich endlich einmal ändern! Gegen eine höhere und den Leistungen angepasste Bezahlung hätten wohl alle ErzieherInnen nichts einzuwenden …

Yvonne Sartori: Ein höherer Personalschlüssel für die Umsetzung unserer Ziele wäre sinnvoll. Ich würde mir wünschen, dass die oft zu hohen Erwartungen der Gesellschaft an Bildung im Vorschulbereich schwinden und dass jeder erkennt, dass wir nur gemeinsam Gutes zur Entwicklung der Kinder beitragen können. Die Verantwortung hierzu liegt meiner Meinung nach bei jedem Gesellschaftsmitglied. Bildung und Erziehung kann in unserer Arbeit nur ergänzt, niemals aber ersetzt werden!

Welche Bedeutung hat für Sie die Kindergartenarbeit im Blick auf die sich anschließende Grundschulzeit?

Dorothea Bauer: Wir bereiten Drei- bis Sechsjährige auf den Schulstart vor, indem wir ihren natürlichen Wissensdrang fördern und unterstützen, ihre Neugierde wecken, unbekannte Dinge erforschen zu wollen, ihnen Gelegenheit geben, ihrem Forschungsdrang nachzugehen. Wir fördern Konzentration durch Spiel- und Materialangebote, die Kinder zum Nachdenken anregen und zum selbständigen Entdecken motivieren. Der Kindergarten ist ein Platz, an dem Kinder erste Sozialerfahrung sammeln, sich üben im Umgang mit anderen. Wir unterstützen die Entwicklung ihrer Sprachfähigkeit durch Erzählen-Lassen, Geschichten hören, singen, Reime und Rollenspiele. Bei Bewegungsspielen, Rhythmik, Turnen und Stilleübungen sammeln sie Erfahrung mit dem eigenen Körper, seiner Beweglichkeit, seinen Möglichkeiten und seinen Bedürfnissen und Grenzen. Beim Umgang mit diffizilen Materialien üben die Kinder ihre Feinmotorik. Wenn sie mit sechs Jahren den Kindergarten verlassen, sind sie neugierig auf neue Lerninhalte, sie haben Erfahrung im Umgang mit anderen gesammelt, sind selbstbewusst und gespannt auf das, was sie in der Schule erwartet.

Martina Hipp: Wir haben den Anspruch im Kindergarten, die Kinder auf ihr späteres Leben und somit auch auf die anschließende Schulzeit vorzubereiten. Und dies kann nicht erst im letzten Vorschuljahr beginnen, sondern die Förderung in den verschiedenen Bereichen beginnt mit dem Eintritt in den Kindergarten. Es kann also für mich um keine "Verschulung der Kindergärten" gehen, vielmehr soll die Neugierde, die Motivation und die Freude am Lernen vermittelt werden. Wir wünschen uns, dass es uns gelingt, den Kindern einen Rucksack voll mit verschiedenen Kompetenzen mitzugeben, damit sie auf ihrem weiteren Lebensweg auf die Erlebnisse und Lernerfahrungen zurückgreifen können.

Yvonne Sartori: Die Bedeutung des "KiGa‘s" für die Grundschule ist sehr groß! In unserer Einrichtung tun wir alles, um Kinder in ihren Fähigkeiten zu unterstützen und um Defizite auszugleichen. War es eine erfahrungsreiche Zeit, so hat das Kind, das unseren Kindergarten verlässt, ein gutes Fundament für die Schulzeit. Dazu gehören auch ein gutes emotionales Polster und soziale Fähigkeiten, was oft unterschätzt wird, sowie das Interesse für das Lernen und die Neugier am Lernen!

Zum Schluss noch: Gibt es einen Leitsatz, mit dem Sie die Arbeit in Ihrer Einrichtung umschreiben können?

Dorothea Bauer: Kinder brauchen zu ihrer Entwicklung eine vertrauensvolle Atmosphäre, einen Menschen, der zuhören kann, Raum, Zeit und Material, damit sie mit allen Sinnen erfahren und begreifen können und ihnen die Lust am eigenen Forschen nicht verloren geht.

Martina Hipp: Unser Kindergarten soll ein Lebensraum sein, der das Kind in seiner Persönlichkeitsentwicklung fördert. Dies vollzieht sich im Erleben einer Gemeinschaft, in der das Kind Beziehungen aufbauen kann: zu anderen Menschen, zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Unser Kindergarten soll dazu beitragen, den Erfahrungsraum des Kindes zu erweitern, Möglichkeiten des Lernens zu nutzen und die Herausbildung sozialer Kompetenzen zu unterstützen

Yvonne Sartori: Dazu fällt mir ein Satz von Jean Piaget, einem Schweizer Psychologen, ein: "Kinder sollen nicht alles tun, was sie wollen, aber sie sollen alles wollen, was sie tun!"

Unser Umwelt–Tip (Nr. 13): "Wußten Sie, dass ¼ "

von Ursel Nübel

Wußten Sie, dass Sie eine Menge wertvoller Rohstoffe sparen können, wenn Sie qualitativ hochwertiges Spielzeug kaufen?

Denn viel Spielzeug ist nur für den kurzen Gebrauch und somit für den Müll bestimmt. Eine Orientierungshilfe bei der Auswahl von sinnvollem und qualitativ hochwertigem Spielzeug bietet das Zeichen "spiel gut", das neben Sicherheitsbestimmungen auch Umweltkriterien und pädagogische Eignung berücksichtigt.

Schwerpunkte: "Musik und Kreatives", "Kinder und Eltern" –
Kirchengemeinderätin Susanne Stähle

Unser "FAZ"-Fragebogen ging diesmal nicht zufällig an Kirchengemeinderätin Susanne Stähle; als Schwerpunkt ihrer KGR-Arbeit ist sie nämlich u. a. für den Kindergarten mit zuständig; ihr Gebiet: Musik und Kreatives, Kinder und Eltern. In unserer Reihe stellen sich Ihnen "die Neuen" im KGR vor. Unser Fragebogen lehnt sich dabei an das Muster der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an. Susanne Stähle ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und von Beruf Industriekauffrau; sie leitet im Schwäbischen Albverein die Familienarbeit.

Haben Sie ein Vorbild?

Früher als Kind die Eltern, heute geht es ohne Vorbild.

Welche besonderen Eigenschaften würden Sie gerne besitzen?

Manchmal wünsche ich mir mehr Geduld, sonst aber bin ich mit mir zufrieden.

Welcher Traum sollte mal für Sie in Erfüllung gehen?

Wenn die Kinder größer sind, wünsche ich mir Tapeten ohne Malerei und Möbel ohne Kratzer.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Für Freunde ein mehrgängiges Menü planen und dazu einladen.

Wie heißt Ihr Konfirmationsspruch?

"Lasset uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt."

Lieblingskirchenlied?

"Geh‘ aus mein Herz und suche Freud" von Paul Gerhard, EG 503.

Lieblingskomponist?

Ludwig van Beethoven.

Welche Musikart lieben Sie besonders?

Klassik und Lieder von Reinhard Mey.

Lieblingsschriftsteller?

Mario Simmel, Edgar Wallace.

Lieblingsfilm?

"Vom Winde verweht".

Ihr Lieblingstier?

Der Hund.

Ihre Lieblingsblume?

Die Sonnenblume.

Ihre Lieblingsfarbe?

Rot.

Ihre Lieblingssportart?

Wandern, Schwimmen, Tennis.

Lieblingssportler?

Filmon Ghirmai (Anm.: 23 Jahre, Gomaringer, Dt. Meister 2002 im 3000 m Hindernisrennen).

Lieblingsnamen?

Senta, Maik, Tom, die Namen meiner Kinder.

Welches Bauwerk bewundern Sie am meisten?

Den "langen Daniel", den Kirchturm in Nördlingen.

Welche Errungenschaft der Menschheit halten Sie für die wichtigste?

Das Feuer.

Welche menschliche Errungenschaft halten Sie für überflüssig?

Das Klonen von Menschen.

Welches Elend auf der Welt würden Sie sofort abschaffen?

Den Hunger.

Welche Stunde am Tag ist Ihnen die liebste?

Wenn die Kinder friedlich schlafen …

Ihr augenblickliches Lebensmotto?

Eins nach dem andern.

Die Kirche und das "liebe" Geld ...
Dietrich Birkenhofer befragt Wolfgang Staiger, Mitarbeiter unserer kirchlichen Verwaltungsstelle in Reutlingen, zu einem brisanten Thema

Wolfgang Staiger, 37 Jahre alt, Dipl.-Verwaltungswirt, ist verheiratet und Vater dreier Mädchen; er lebt mit seiner Familie in Dußlingen und arbeitet seit zwei Jahren – wie er betont: "gerne!" – auf der Kirchlichen Verwaltungsstelle in Reutlingen.

Lieber Herr Staiger, die Kirchensteuer gerät immer mal wieder ins Kreuzfeuer – wer zahlt eigentlich Kirchensteuer?

Jeder, der Lohn- oder Einkommensteuer zahlt und Mitglied einer evangelischen (oder katholischen) Kirche ist.

Und wie hoch ist sie?

Die Kirchensteuer beträgt 8% der Lohn- bzw. Einkommensteuer. Wer also beim Lohnsteuerjahresausgleich oder bei der Einkommensteuererklärung alle Steuerabzüge vom Finanzamt zurückbekommt, hat auch keine Kirchensteuer bezahlt.

Wie wird die Kirchensteuer aufgeteilt oder verteilt?

Grob gesagt fifty/fifty zwischen Landeskirche und Kirchengemeinden. Genauer genommen gehen aber zunächst etwa 14% vom Kirchensteuerkuchen ab für gemeinsame Aufgaben (z. B. Verwaltungsstellen, Rechnungsprüfung, Kirchlichen Entwicklungsdienst, EKD-Umlage, Lutherischer Weltbund usw.). Der Rest, also 86%, ist zur Hälfte für landeskirchliche Aufgaben im engeren Sinn (z. B. Bildung, Oberkirchenrat, Pfarrer usw.) und zur anderen Hälfte für die Kirchengemeinden bestimmt. Vom Anteil der Kirchengemeinden geht, bevor er verteilt wird, nochmals ein Betrag für den Ausgleichsstock (für die Bezuschussung von Baumaßnahmen) und für die Sammelversicherungen weg. Die endgültige Verteilung an die Kirchengemeinden wird dann durch die Kirchenbezirke, in unserem Fall: durch den Reutlinger Kirchenbezirk, vorgenommen.

Auch die Kirche hat weniger Geld. Wie verkraftet sie dies?

Die Gesetze zur Einkommensteuerreform, der konjunkturelle Abschwung sowie ein anhaltender Rückgang von Gemeindegliederzahlen – (und damit Kirchensteuerzahlern) – besonders aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen führen seit einigen Jahren zu massiven Kirchensteuerausfällen. Durch strenge Sparmaßnahmen einerseits und Einnahmesteigerungen andererseits wird versucht, das Gröbste aufzufangen. Da viele Ausgaben aber notgedrungen steigen, z. B. Personalkosten aufgrund der laufenden Tariferhöhungen um jährlich 2 bis 3 %, reichen diese Anstrengungen auf Dauer nicht. Auf Landeskirchenebene wird daher über Prioritäten diskutiert, d. h. aus welchen Aufgaben kann sich die Kirche eventuell verabschieden? Auch auf Bezirks- und Gemeindeebene muss über diese Frage nachgedacht werden. Eine Alternative dazu kann nur die Erschließung ganz neuer Finanzquellen sein (sogenanntes Fundraising). Denkbar ist es, für bestimmte Projekte gezielt Sponsoren aus dem gewerblichen Bereich zu suchen. Jugendarbeit beispielsweise muss eigentlich jedem Betrieb, der Auszubildende ausbildet, ein großes Anliegen sein. Zum Thema Finanzen ist jedenfalls in Zukunft viel Phantasie gefragt.

Welche Geldmittel erhält nun eine Kirchengemeinde wie Gönningen?

Die Höhe der Kirchensteuer, die eine Kirchengemeinde bekommt, hängt von ihrer Größe und von ihren Aufgaben ab. Die einen haben einen Kindergarten, die anderen haben zwei Gemeindehäuser, wieder andere haben nichts von alledem. Gönningen erhält z. B. im Jahr 2002 etwa 127.000 € Kirchensteuer. Damit sind aber erst 39% aller Ausgaben finanziert. Wenn man den Kindergarten herausrechnet, beträgt der Kirchensteueranteil aber über 60% der Einnahmen.

Welche Ausgaben muss sie davon bestreiten?

Die Kirchensteuer stellt eigentlich eine Restfinanzierung dar. Früher hat die Kirchengemeinde soviel bekommen, wie sie zur Deckung ihrer laufenden Ausgaben benötigte. Damit waren die Personalkosten, die laufende Gebäudeunterhaltung und die kleineren Sachkosten finanziert. Heute muss eine Kirchengemeinde immer mehr sogenannte freie Mittel (z. B. allg. Opfer, Spenden, Kirchgeld usw.) dafür mit einsetzen. Größere Anschaffungen und Baumaßnahmen müssen anderweitig finanziert werden, z. B. durch Spenden und Zuschüsse. Die Kirchengemeinde Gönningen hat dieses Jahr einen Haushalt mit ca. 328.000 € zu finanzieren. Davon werden 42% durch die Kindergartenarbeit finanziert (dort sind auch die höchsten Ausgaben), 39% durch Kirchensteuer, 10% durch Zinsen und freie Mittel und die restlichen 9% durch sonstige Einnahmen (Rücklagen für Bausachen, Mieten und Benutzungsgebühren usw.)

Die konkreten Zahlen stehen im jährlichen Haushaltsplan der Kirchengemeinde. Ich kann hier nur ermutigen, die öffentliche Auflegung des Haushalts im Pfarramt zu nutzen. Nächstes Frühjahr ist es wieder so weit!

Und wie sieht es mit der Pfarrerbesoldung aus?

Die Besoldung der Pfarrerinnen und Pfarrer wird nicht von den Kirchengemeinden finanziert. Neben Staatszuschüssen, z. B. für Religionsunterricht, wird die Pfarrbesoldung hauptsächlich aus dem landeskirchlichen Kirchensteueranteil bezahlt.

Was geschieht mit den Sonntagsopfern?

Das wird ja im Gottesdienst jeweils abgekündigt. Man kann grob in drei Kategorien unterscheiden: Zweckbestimmung durch den Oberkirchenrat (das ist sozusagen die "Regierung" der Landeskirche), durch den Kirchengemeinderat oder "für die eigene Gemeinde". Letztere stehen dann als freie Mittel für alle Ausgaben zur Verfügung.

Kann eine Kirchengemeinde ihre finanzielle Situation durch eigene Aktivitäten aufbessern?

Ja, und ob! Gezielte und durchdachte Spendenwerbung, Fundraising, Vermietung von Räumen und natürlich eine gute Öffentlichkeitsarbeit sind solche Möglichkeiten. Wie schon gesagt, hier ist Phantasie gefragt.

Warum wird Kirchgeld erhoben?

Kirchgeld ist eine "Ortskirchensteuer". Sie wird von denjenigen Gemeindegliedern erhoben, die von vornherein kein steuerpflichtiges Einkommen erzielen und somit keine Kirchensteuer zahlen, also vor allem Rentner.

Wer legt die Höhe fest?

Die wird vom Oberkirchenrat vorgegeben. Der Kirchengemeinderat kann entscheiden, ob ein Festbetrag (wie in Gönningen: 12 €) oder ein nach dem Einkommen gestaffelter Betrag erhoben wird.

Eine etwas "stammtischhafte" Frage: Ist die Kirche reich?

Gegenfrage: Was ist reich? Finanziell gesehen hat die Kirche Probleme, wie wir gesehen haben. Doch die vorhandenen Rücklagen sind angesichts der steigenden Kosten und sinkenden Einnahmen kein Ruhekissen. Ich finde aber, dass die materielle Ausstattung der Kirche nicht entscheidend ist. Viel wichtiger ist doch, dass die Kirche ihrer Bestimmung gerecht wird und das ist ausschließlich eine geistliche Frage. Bekennt sich die Kirche zu ihrem Gott und hat sie Mut, nach seinem Wort zu leben? Diese Frage richtet sich nicht in erster Linie an die Institution Kirche, sondern an ihre Mitglieder. Mit anderen Worten: Wenn jedes Gemeindeglied seinen Reichtum an Gotteserfahrung in die Gemeinschaft einbringt, um sich gegenseitig zu helfen, und man gemeinsam nach dem Willen und der Hilfe Gottes fragt, dann ist die Kirche reich. Oder gibt es einen größeren Reichtum als das Recht, sich aus der Fülle von Gottes Möglichkeiten bedienen zu dürfen?

Wie sieht es in finanzieller Hinsicht mit der Gönninger Kirchengemeinde aus?

In finanzieller Hinsicht kommt Gönningen bisher recht gut über die Runden. Das Engagement der Mitglieder ist dabei spürbar. Die Frage nach dem Reichtum in der persönlichen Gottesbeziehung muss jeder für sich beantworten. Ich wünsche den Gönningern jedenfalls weiterhin viel Freude am kirchlichen Leben und den Mut, sich von Gott beschenken zu lassen.

In unserem Gemeindebrief geht es diesmal vor allem um den Kindergarten: Wie ist der finanzielle Stellenwert dieses Arbeitsgebietes unserer Gemeinde?

Lassen Sie es mich zuerst einmal über Ihre Gemeindegrenzen hinaus betrachten.

Nach den Plandaten für das Jahr 2001 ergab sich im Kirchenbezirk Reutlingen folgende Finanzierung der kirchlichen Kindergärten:

Betriebskosten pro Kindergartengruppe im Durchschnitt: 84.000 € pro Jahr;

finanziert wird dies durch den kommunalen Anteil: 44 %; Landeszuschüsse: 25 %; Elternbeiträge: 16 %; den kirchlichen Anteil: 15 %. In Reutlingen trägt derzeit die Kommune 77,5 % und die Kirche 22,5 % des Abmangels (Kosten nach Abzug der Landeszuschüsse und Elternbeiträge).

Der finanzielle Stellenwert der Kindergartenarbeit für die Kirche hängt natürlich stark von den örtlichen Gegebenheiten ab, d. h. wie viele Kindergärten die einzelne Kirchengemeinde betreibt. In Gönningen beträgt laut Plandaten 2002 der kirchliche Kostenanteil für den Kindergarten 21.447 €.

Ausgehend davon, dass Kindergartenarbeit über Kirchensteuermittel finanziert wird, fließen in Gönningen 16,8 % der Kirchensteuer, die Gönningen erhält (127.682 €), in den Kindergarten. Im ganzen Kirchenbezirk Reutlingen beträgt der kirchliche Kostenanteil für den Kindergarten 432.418 €. Das entspricht 8,3 % der Gesamtkirchensteuer an die Kirchengemeinden (5.187.737 €). Man sieht daran, dass natürlich nicht alle Kirchengemeinden selber einen Kindergarten betreiben.

Die kirchliche Kindergartenarbeit hat aber auch aus Sicht der Verwaltung einen sehr hohen Stellenwert. Wenn man in Zeiten des Sparzwanges nur auf die Höhe der Ausgaben schaut, ist das gerade bei der Kindergartenarbeit eindeutig zu kurz gegriffen. Denn Kindergartenarbeit birgt die Chance, Kinder früh mit dem Anliegen der Kirche und mit Glaubensinhalten vertraut zu machen. Dort kann das Fundament gelegt werden, auf dem spätere Kinder- und Jugendarbeit aufbauen kann. Wo dies von der Gemeindeleitung und dem Kindergarten-Personal umgesetzt wird, wird sich das in einer Verbundenheit der heranwachsenden Kinder und auch der Eltern mit ihrer Kirchengemeinde widerspiegeln. Diese Verbundenheit ist ein wichtiger Faktor für die finanzielle Stabilität einer Kirchengemeinde.

Wenn man die Kindergartenarbeit aber "schleifen läßt" und sie sich nicht bewusst im Sinne eines "evangelischen Profils" von kommunaler Kindergartenarbeit unterscheidet, dann ist es meines Erachtens schade um den hohen Einsatz, den man dafür aufbringt.

Ich finde es wichtig, dass in jedem Kirchengemeinderat über dieses Thema diskutiert wird und man sich über den Wert der Kindergartenarbeit einig ist.

Am Gottesdienst schaffen mehr mit als der Pfarrer, zum Beispiel die Mesnerin und die Kirchenchorleiterin
zwei neue Mitarbeiterinnen in unserer Gemeinde wollen wir Ihnen vorstellen!

Erfreulich und überraschend schnell wurden die freien Stellen der Kirchenchorleiterin und der Mesnerin wieder besetzt. Während die neue Chorleiterin, Veronique Eberhart, ihre Tätigkeit bereits aufgenommen hat, wird Uta Hornung ihren Dienst im Januar nächsten Jahres (wegen der sog. Wiederbesetzungssperre von eine halben Jahr) beginnen, bis dahin aber schon den einen oder anderen Dienst übernehmen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den beiden!

 

Seit 1. September ist sie die neue Leiterin und Nachfolgerin von Katrin Seeger: Véronique Eberhart, 35 Jahre alt, verheiratet mit Dr. Christian Eberhart, Mutter der Kinder Yanis und Yonas. Frau Eberhart lebt seit knapp einem Jahr in Mössingen; sie ist Katholikin und stammt aus Toulon in Frankreich. Sie hat Theologie in Strasbourg und Genf studiert sowie als Sängerin und Dirigentin in Frankreich, der Schweiz und in den USA gewirkt. Übrigens – sie kann fast alles, nur kein Schwäbisch …

"Als ich 1977 mit meinem Mann nach Gönningen zog, sagte man mir, dass es Generationen dauert, bis man eine richtige Gönningerin wird. Da der Kirchengemeinderat mir die Stelle als Mesnerin zutraut, finde ich, dass ich es schon nach 25 Jahren geschafft habe, eine Gönningerin zu sein. Ich wohne im Barmkapfweg, habe eine Tochter, die in Tübingen studiert, und bin seit einem dreiviertel Jahr Witwe.

Nach der Ausbildung arbeitete ich als Sekretärin an der Universität Tübingen und nach unserem Umzug nach Gönningen beim Verwaltungsdirektor der Pädagogischen Hochschule Reutlingen. Nach der Geburt meiner Tochter gab ich meinen Beruf auf, um für die Familie zu sorgen, vor allen Dingen, weil mein Mann als Operator beim Regionalen Rechenzentrum sehr unregelmäßige Arbeitszeiten hatte und für mich somit eine Rückkehr in den Beruf unmöglich war. Ich habe viel Freude an meinem Garten, bin auch sehr interessiert an Archäologie und wandere gern.

Nach der schweren Krankheit meines Mannes und seinem raschen Tod, versuche ich nun mein Leben zu meistern. Ich freue mich sehr über das Angebot, als Mesnerin in der Kirchengemeinde zu arbeiten, neue Menschen kennenzulernen und mich den Anforderungen dieses Berufes zu stellen."

Bildung heißt ...

1. Nachhaltig lernen.

2. Die eigenen geschichtlichen Wurzeln kennen.

3. Entdecken, was in mir ist, und mit den eigenen Grenzen leben lernen.

4. Den Umgang mit Pluralität einüben und Fremdenfeindlichkeit überwinden.

5. Lebendigen Religionen begegnen.

6. Die unaufhebbare Würde jedes einzelnen Menschen als Ursprung und Ziel jedes erzieherischen Handelns achten.

7. Am Leben der Gesellschaft teilhaben und das Leben verantwortlich mitgestalten können.

Thesen aus einer gemeinsamen Verlautbarung der vier baden-württembergischen katholischen und evangelischen Bischöfe.