Gemeindebrief 1/2001

Ostern 2001

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In dieser Ausgabe:

Editorial ...
Von Frühlings- und anderen Gefühlen ...
Rückblick: Interview mit Chu-Hwan Lim ...
Einblick: Food&Talk-Jugendkreis ...
Orgelrenovation ...
Termine ...
Weltmissions-Projekt 2001 ...
Abendmal mit Kindern und Jugendlichen ...
Pfarrplan - Fahrplan in die Zukunft ...
Kirchenwahl 11.11.01 ...
Konfirmandenzeit - eine Innenansicht ...
ER ...




Liebe Leserin, lieber Leser!

Orte des Lebens, das sind die Orte, an denen Worte des Lebens laut und Lieder auf das Leben gesungen werden, an denen der Klang der Auferstehung zu hören und das Licht des Auferstandenen zu finden ist: Feiern Sie Ostern, nutzen Sie die vielfältigen gottesdienstlichen Angebote, die wir Ihnen auf unserem farbigen Gemeindebrief-Mantel zusammengestellt haben!

Als ich vorletztes Jahr vor Ostern durch amerikanische Läden ging, traute ich meinen Augen nicht: Da lagen tatsächlich Grußkarten und Bücher, die mit der Auferstehung Jesu und nicht nur mit Hasen und Eiern zu tun hatten! In deutschen Supermärken kann man da lange suchen ¼

Schoko-Hase und Gelee-Ei gehören auch im Pfarrhaus dazu – aber leben läßt sich davon nicht. Ich freue mich, daß ich wieder zu Hause bei meiner Familie und bei Ihnen hier in Gönningen sein darf – nach zwei Monaten Auszeit mit Dickdarm-Entfernung (aber diesmal ohne Tumor!) und Kur: Eingeschärft hat es sich mir wieder auf’s Neue, daß es eben mehr zu Leben braucht als Süßes: eine Hoffnung; den Glauben, daß man einen Wert hat, auch mit Schwachstellen; das Wissen, gebraucht zu werden und doch nicht unentbehrlich zu sein.

Liebe Leserin, lieber Leser,

so freue ich mich auch (und besonders) dieses Jahr wieder auf die Karwoche und Ostern, dem Mittelpunkt unseres Kirchenjahres – auch wenn es wieder ein bißchen schmerzen wird, wenn diese Zeit mehr und mehr für viele zur reinen Urlaubszeit wird. Aber das hat ja jeder selbst in der Hand ¼

Ihr Alexander Behrend, Pfarrer,

mit vorösterlichen Grüßen vom ganzen Redaktionsteam

Von Frühlings- und ähnlichen Gefühlen ¼

erzählt Diakon Andreas Kopp

Liebe Leserin, lieber Leser!

vor einigen Tagen gab es den ersten richtig schönen Frühlingstag. Der kam völlig überraschend, ohne große Vorankündigung. Aus dem tristen Grau wurde ein strahlender Sonnentag. An diesem Tag war ich in Reutlingen zum Bummeln. Das komische : Nicht nur die äußeren Umstände waren wie verändert, sondern auch – wer hätte das gedacht – die Menschen. In einem Laden kaufte ich ein Geschenk. Statt der ursprünglichen Menge, die ich eigentlich kaufen konnte, sagte die Verkäuferin zu mir: "Ach wissen sie was, nehmen sie nochmals zwei. Ach, wenn ich es mir so richtig überlege. Bei diesem herrlichen Wetter nehmen sie doch gleich vier mehr mit, weil Frühling ist!" Sie packte alles wunderschön ein, und ich zog fröhlich meine Straße, wie viele andere um mich herum! Ja, so ein Tag kann tolle, fast verlorengegangene Gefühle wieder hervorholen: Frühlingsgefühle eben! Ich dachte mir, daß ist eigentlich in der Passions- und Osterzeit kaum anders. In einem neueren Lied heißt es im Refrain : "Jedes Grauen währt nur bis zum dritten Tag!"

Liebe Leserin, lieber Leser, dies wünsche ich uns allen, daß wir dieses Wort aus dem Lied in unserem Leben umsetzen können. Das Grauen bei Jesus hatte ein Ende. Am dritten Tage ist er auferstanden durch die Kraft Gottes! Das Grauen nahm sein Ende. Vielleicht sagen Sie, das ist schön ausgedrückt in diesem Lied, aber ist es denn die Realität, hat bei uns auch das Grauen am dritten Tag sein Ende? Vielleicht wird es nicht so sein, zumindest nicht zeitlich gesehen. Aber die Hoffnung von Ostern darf und soll in uns Gefühle wecken, die unser Herz und unseren Sinn verändern dürfen: Ostergefühle. Gerade weil Jesus das Grauen erlebt hat, weiß er am Besten wie es uns in unserem Grauen geht und was wir fühlen und durchleben. Er hat für uns das Grauen durchlitten. Nicht nur für unsere Schuld, sondern auch für all unser Grauen, für unsere Verletzungen des Alltags und unsere schweren Lebenssituationen. Er will sie durch-kreuzen! Er ist vom Tode auferstanden, um uns zu zeigen: "Jedes Grauen währt nur bis zum dritten Tag!" Gott schenkt uns Hoffnung die in Ostern begründet liegt! Das wünsche ich Ihnen: echte Ostergefühle!

Ihr

Andreas Kopp, Diakon

"Rückblick" – der Künstler Chu-Hwan Lim

befragt durch Dietrich Birkenhofer

Der koreanische Künstler Chu-Hwan Lim wohnt seit 1987 mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Gönningen.

Was muß im Leben eines koreanischen Künstlers passieren, um in Gönningen ein neues Zuhause oder gar eine neue Heimat zu finden?

Da muß nicht viel passieren: Allein daß ich mit meiner Frau und den drei Kindern in Gönningen wohne, reicht mir schon. Für mich ist die Familie genau so wichtig wie für den französischen Bildhauer Auguste Rodin seine Villa und sein Atelier in Paris mit seinen 99 Assistenten.

Haben Sie sich inzwischen hier gut eingelebt?

Seit ich 1980 nach Deutschland kam, fühle ich mich hier wohl in diesem angenehmen Klima und bei diesen großzügigen und warmherzigen Menschen.

Besitzen Sie in Gönningen ein eigenes Atelier?

Ja, aber inzwischen ist es wegen der vielen Kunstwerke und dem vielen Material, das ich brauche, ein halbes Lageratelier geworden. Ich wünsche mir irgendwann ein zusätzliches Tonmodellier-Atelier mit hohen Dachräumen.

Sie schaffen Skulpturen und zeichnen. Wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit?

Ich bin sowohl Zeichner als auch Holzschneider und Bildhauer. Meine Arbeiten stellen eine Verbindung zwischen der traditionellen und der modernen, aber auch zwischen der fernöstlichen und der westlichen Kultur dar. Trotzdem liegt mein Schwerpunkt beim figürlichen Arbeiten. Da gibt es viele Möglichkeiten, sich menschlich-gestalterisch auszudrücken. Es lassen sich Bewegungen in jeder Form darstellen, sogar erotische Gesten. Ich drücke mich auch in Schriftform aus, z.B. durch Gedichte.

Sie haben das Denkmal der Gönninger Samenhändler in der Torstraße bei der Evangelischen Kirche geschaffen. Stimmt der Eindruck, dass die Gesichter der abgebildeten Samenhändler asiatische Züge zeigen?

Skulpturen kann man nur über ein lebendiges Modell korrekt wiedergeben. Mein Modell war Herr Ziegler, aber sein Gesicht habe ich nur durch ein Gemälde kennengelernt. Gemälde und Skulpturen sind halt ganz verschiedene Dimensionen.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrer Heimat in Korea?

Ja, ständig!

Kann man Ihre Arbeit mal in einer Einzelausstellung in Gönningen sehen?

Ich habe doch schon von Mai bis Juni im vergangenen Jahr im Gönninger Rathaus meine Arbeiten präsentiert. Das meiste waren Aquarelle und Zeichnungen.

Haben Sie ein schwäbisches Lieblingsgericht?

Ich habe drei schwäbische Lieblingsgerichte: Spätzle, Maultaschen und den Ratsherrenteller!

Können Sie uns ein koreanisches Gericht aufschreiben, das gut schmeckt und problemlos ohne Stäbchen gegessen werden kann?

Die Koreaner essen mit Stäbchen und Löffel, drei Mahlzeiten, morgens, mittags und abends. Ich schreibe Ihnen gerne ein Gericht für 3 – 4 Personen auf, ein Glasnudelgericht.

Zutaten:

250 g Glasnudeln, 1 grüne, eine rote, eine gelbe Paprika, 2 große Karotten, 1 Zucchini, getrocknete chinesische Pilze, 1 Pfund Rindfleisch, Sojasauce, Paprika, Knoblauch und frischen Ingwer.

Zubereitung:

Fleisch in Würfel schneiden und mit geriebenem Ingwer und Knoblauch würzen, in Sojasauce einlegen und ca. 15 Minuten ziehen lassen

Pilze einweichen und waschen

Gemüse klein schneiden und kurz anbraten; Fleisch und Pilze zugeben und braten bis es gar ist; das Gemüse sollte nur "al dente" sein.

Während Fleisch und Gemüse braten, wird ein Topf mit leicht gesalzenem Wasser aufgesetzt; kocht es, werden die Glasnudeln in den Topf gegeben; sie müssen je nach Sorte etwa 1 Minute ziehen.

Glasnudeln abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken, kurz schneiden (ca. 5 cm) und unter das Fleisch und Gemüse mischen

In Korea sagt man:

Essen Sie genug: Ma-ni Dse-jo:

Oder:

Lassen Sie es sich köstlich schmecken: Mat-it-Ge-Dse-jo!

Und nach dem Gespräch meinte Herr Lim, er würde gerne mal für die Gönninger etwas Koreanisches kochen, wenn er eine schöne große Küche hätte. Wir nehmen ihn beim Wort und bieten ihm die Gemeindehausküche an und unsere Hilfe!

Terminvorschlag: Nächstes Gemeindefest!

Auf Ihr Wort, Herr Lim!

 "Einblick" – "Food&Talk":

der Name des Jugendkreises ist Programm: "Essen und Reden"

Unser Jugendkreis besteht seit fast zwei Jahren und ist für Jugendliche nach der Konfirmation. Da es doch tatsächlich noch zwei, drei Gönninger geben soll, die uns noch nicht so gut kennen, stellen wir uns vor!

 

W wie WIR: Martina, Julia, Melanie, Renata, Andreas, Alexander, Armin, Philipp, Martin, Timo, Sebastian, Lars, Alexander, Steffen, Timo, Michael sowie Marta Lapatinszki und Andy Kopp

I wie IMMER DABEI SEIN: Je nach Programm und Laune sind wir im Durchschnitt 12 bis 14 Jugendliche.

R wie REGELMÄSSIG: jeden Freitag ab 18.30 Uhr im Gemeindehaus.

 

S wie SINGEN: Na ja – bißchen öfter wäre eigentlich besser ¼

I wie INHALT: Christliche Botschaft und Spaß schließen sich nicht aus!

N wie NAME: Unser Name sagt alles über uns.

D wie DAS GANZ (UN)NORMALE LEBEN: Das gibt’s nur bei uns!

 

F wie FREUNDE: Wir gehen miteinander durch dick und dünn.

O wie OHNE ALKOHOL: Wir haben Spaß und sind gut drauf, ohne fremde Hilfe.

O wie OFT: Wir sehen uns auch außerhalb des Jugendkreises.

D wie DEUTSCHE UND ANDERE: Ein internationaler Treff ohne Fremdenfeindlichkeit.

 

A wie ACTION: Mal sind wir brav und ruhig, mal brauchen wir Raum uns auszutoben.

N wie NORMAL: Wir begegnen uns mit Respekt und ohne Schimpfworte.

D wie DIALOG: Nicht nur Marta und Andy (unsre Chefs) reden, sondern wir bringen uns mit unseren Ideen ein.

 

T wie TOLERANT UND TURBULENT: Wir tolerieren uns und andere, und bei uns herrscht manchmal das totale Chaos!

A wie AKZEPTANZ: auch wenn es mal Streß gibt ¼

L wie LUSTIG: Bei uns ist immer was los!

K wie: wie KEIN ANDERER JE ZUVOR!

 

Infos bei Marta Lapatinszki, Tel. 2392.

 Sie ist schmutzig und macht uns Sorgen ¼

¼ aber weil sie zugleich ein echtes Kleinod und wohlklingend ist, wollen wir alles zu ihrer Erhaltung tun:

Zu Beginn des nächsten Jahres braucht unsere berühmte Engelfried-Rensch-Orgel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts eine turnusgemäße Reinigung und eine Reparatur verschiedener Teile. Dazu sind insgesamt DM 70.000 nötig. DM 50.000 konnte unsere Gemeinde bereits aus Ersparnissen aufbringen – DM 20.000 sind immer noch ein großer Betrag: Gemeinsam können wir etwas tun zur Erhaltung dieser historischen Kostbarkeit, die über die Grenzen unseres Ortes hinaus bekannt ist. Wir bitten Sie dazu um Ihre Spende und laden Sie ein:

Die Bankverbindung für Ihre (abzugsfähige) Spende unter dem Stichwort "Orgel":
Ev. Kirchengemeinde Gönningen, Kreissparkasse Reutlingen Konto 91569
(BLZ 640 500 00).

Eine CD mit Orgelwerken Johann Christian Heinrich Rincks, eingespielt von Rainer Maria Rückschloß auf unserer Orgel, ist auf dem Pfarramt erhältlich.

Nähere Infos zur Orgel finden Sie unter dem Stichwort "Orgel" auf unserer Internet-Seite www.goenningen.home.pages.de.

Termine –"Treffs –"Kontakte

 Die gottesdienstlichen Angebote in der Karwoche und an Ostern entnehmen Sie bitte dem farbigen Gemeindebrief-Mantel!

7.

April

14.00

Gemeindehaus

Osterbasar mit Kaffeenachmittag

8.

 

17.00

Kirche

Konzert des Musikvereins Gönningen

19.

 

14.30

Gemeindehaus

Kaffeestündle: "(Video-)Stadtbummel durch Reutlingen mit Friedrich List"

22.

 

9.30

Kirche

Gottesdienst zum Abschluß der Osterfestwoche

26.

 

20.00

GH Ohmenhausen

Beginn "Religionsunterricht für Erwachsene" (s. Rückseite Mantel)

27.

 

18.00

Gemeindehaus

Kirchengemeinderat-Sitzung
(Beginn nichtöffentlich)

29.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst (2. Sonntag nach Ostern)/Kindergottesdienst

29.

 

17.00

Kirche

Benefizkonzert (Frauenhaus RT) der
"musica varia Reutlingen" mit Filmmusiken der 30er Jahre

3.

Mai

14.00

ab Rathaus

Jüngere Senioren (Wanderung nach Hohenentringen)

6.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst ggf. mit Taufen/Kindergottesdienst (3. S. nach Ostern)

13.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Konfirmations-Gottesdienst/
Kindergottesdienst

14.-16.

 

 

 

Visitation unserer Gemeinde durch Dekan Dr. Mohr und Team

16.

 

19.30

Gemeindehaus

Jugendmitarbeiterkreis "Zapfsäule"

17.

 

14.30

Gemeindehaus

Kaffeestündle mit d. "Martin Singers"

18.

 

 

Gemeindehaus

Kirchengemeinderat-Sitzung mit dem Visitationsteam

20.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst mit Konfirmanden-Abendmahl/Kindergottesdienst

20.

 

 

Kirche

Benefizkonzert der
"musica viva Stuttgart" (s. Seite 7)

24.

 

9.30

Chorraum d. Kirche

Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt

26.-
6.6.

 

 

Ann Arbor

Jugendbegegnungsreise in unsere Partnergemeinde St. Luke’s (S. 15)

27.

 

9.30

Kirche

Gottesdienst (6. S. nach Ostern)

3.

Juni

9.30

Kirche

Gottesdienst am Hl. Pfingstfest

4.

 

9.30

Chorraum d. Kirche

Gottesdienst am 2. Pfingstfeiertag

7.

 

14.00

ab Rathaus

Jüngere Senioren (Fahrt zur
Greifvogelwarte Beilstein)

10.

 

9.30

Kirche

Gottesdienst am Dreieinigkeitsfest
ggf. mit Taufen

11.

 

 

Gemeindehaus

Kirchengemeinderat-Sitzung zum Abschluß der Visitation

13.-
17.

 

 

Frankfurt

Evangelischer Kirchentag

17.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst/Kindergottesdienst
(1. Sonntag n. d. Dreieinigkeitsfest)

21.

 

14.30

Gemeindehaus

Kaffeestündle mit amerikanischen Impressionen (s. Seite 15)

24.

 

11.00

Bronnweiler Käpfle

Nachbarschaftsgottesdienst mit Bronnweiler und Ohmenhausen

24.

 

17.00

Kirche

Konzert "Afro Pean Flower" (s. S. 7)

1.

Juli

11.00

Roßbergwiese

Ökumenischer Gottesdienst zum Auftakt des kath. Gemeindefestes

5.

 

 

ab Rathaus

Jüngere Senioren: Tagesausflug (Bodenseewasserversorg., Meersburg)

8.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst/Kindergottesdienst
(4. S. nach dem Dreieinigkeitsfest)

15.

 

10.00

Gemeindehaus

Gottesdienst/Gemeindefest

19.

 

14.00!

ab Gemeindehaus

Kaffeestündle auf dem Roßberg

22.

 

9.30

Kirche/

Gemeindehaus

Gottesdienst mit Tauferinnerung (Wir laden Sie ein, sich an Ihre eigene Taufe zu erinnern.) und ggf. Taufen

29.

 

9.30

Kirche

Gottesdienst mit Abendmahl und Kindersegnung (Micha Hettler)

  

Weltmissions-Projekt 2001

AIDS-Programm der ev. Kirche in NamibiaDurch das "Opfer für Weltmission" hilft die Evangelische Landeskirche in Württemberg mit ihren Kirchengemeinden weltweit dort, wo Armut, Krankheiten, allgemeine Not, Schulungs- oder Missionsbedarf am dringendsten sind. Jedes Jahr wählt auch unser Kirchengemeinderat ein Projekt aus etwa hundert Vorschlägen aus. Dieses Jahr haben wir uns für Namibia entschieden, wo die Immunschwächekrankheit AIDS besonders stark auftritt. In den letzten 20 Jahren sind allein im südlichen Afrika mehr als elf Millionen Menschen an dieser schrecklichen Krankheit gestorben – und das große Sterben hat erst begonnen! In Namibia sind fast 20 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 45 Jahren infiziert.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Namibias hat ein Programm entwickelt, mit dem sie Vorbeugemaßnahmen unterstützen und Kranke begleiten will. Es nennt sich "ABCD-Programm": A = Abstinenz vor der Ehe, B = Treue in der Ehe (Be faithfull), C = verwende Condome und D = die Alternative heißt Tod (Death).Wir möchten durch mehrere Sonntagsopfer diese Arbeit unterstützen. Bitte helfen Sie mit!

Die nächsten für unser Weltmissionsprojekt vorgesehenen Opfer erbitten wir in den folgenden Sonntagsgottesdiensten: 8. April, 17. Juni und 22. Juli. Insgesamt hat sich unsere Kirchengemeinde entsprechend der Gemeindegliederzahl mit etwas mehr als DM 3000.- an diesem Programm zu beteiligen. Falls Sie sich durch eine Überweisung an diesen Opfern beteiligen möchten, steht Ihnen natürlich unser Konto bei der Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00, Nr. 91569, Stichwort "Weltmissionsprojekt", zur Verfügung.

 Abendmahl für wen?

Mit Kindern und Jugendliche auf dem Weg des Glaubens – Vikar Joachim Ruopp berichtet

Es tut sich manches in Sachen Abendmahl. Unsere Landessynode hat die Abendmahlsordnung dahingehend geändert, daß Abendmahlsfeiern mit Kindern leichter als früher möglich sind. Außerdem gibt es eine neue Rahmenordnung für die Konfirmandenarbeit, die dem Abendmahl einen höheren Stellenwert gibt. Auch unser Gönninger Kirchengemeinderat hat sich kürzlich darauf verständigt, daß die Gleichung: Konfirmation = Zulassung zum Abendmahl so nicht mehr gelten wird. Künftig sollen die Konfirmandinnen und Konfirmanden auch schon während der Konfirmandenzeit selbstverständlich mitfeiern können.

Im Abendmahl geht es darum, daß man von Gottes Güte nicht nur hören soll, sondern sie auch in sichtbaren Zeichen spüren soll: "Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist!". Gott redet nicht nur mit uns, sondern er lädt uns auch ein an seinen Tisch. Daß man damit Erfahrungen macht, das ist eine Aufgabe der Konfirmandenzeit. Aber wie sonst soll man solche Erfahrungen machen, als indem man mitfeiert? Wer nicht mitfeiert, der versteht kaum, was da vor sich geht. Deshalb gehören auch die Konfis dazu an den Tisch des Herrn!

Ich meine auch, daß wir in dieser Richtung noch weiterdenken müssen. Bei den orthodoxen Christen werden schon Säuglinge zum Abendmahl gebracht, und unsere katholischen Geschwister feiern mit ab etwa acht Jahren. In unseren Kirchen ist die Zulassung deshalb aufgekommen, weil man auf das Verstehen dessen, was da vor sich geht, großen Wert legte. Schließlich hat sich sogar der Gedanke damit verbunden, man müsse sich ausreichend vorbereiten auf das Abendmahl. Ich glaube nicht, daß sich Petrus und die anderen Jünger damals ausreichend vorbereitet haben, und sie mußten es auch gar nicht, genausowenig wie wir heute. Wer schon mit aufrechtem Haupt und reinstem Gewissen zum Tisch des Herrn kommt, braucht ja eigentlich gar nicht mehr hinzugehen. Und das gilt für alle, egal, wie alt einer ist.

Wir sollten deshalb alle Wege suchen, wie wir auch mit Kindern und Jugendlichen Formen finden, die Güte Gottes und die Gegenwart Christi gemeinsam zu feiern. Zu dieser Tischgemeinschaft sind wir jedenfalls eingeladen und nicht "zugelassen". Wer erst mit 14 Jahren zum Abendmahl "zugelassen" wird, der hat ja schon ganz gut gelernt, auch ohne das Abendmahl zu leben. Wer aber als Kind schon gute Erfahrungen mit dem Abendmahl gemacht hat, wird sich daran erinnern können!

Ein Abendmahlsgottesdienst besonders auch für Jugendliche ist jeweils am Gründonnerstag – um 18.30 Uhr im Chorraum der Kirche.

Fahrplan in die Zukunft –

der "Pfarrplan" und seine Umsetzung in unseren Gemeinden

Rüdiger Mauser, gewählter Vorsitzender unseres Kirchengemeinderates, hat die Diskussion um den "Pfarrplan" intensiv mitverfolgt. Er berichtet über den gegenwärtigen Stand der Dinge: Wie soll die "Personalausstattung" mit Pfarrern in den nächsten Jahren in unseren Gemeinden gerecht gestaltet werden?

Die Deutschen werden weniger – und damit auch die Zahl der Kirchenglieder. Vor dem Hintergrund eines stetigen Mitgliederschwundes und damit verbundenen Mindereinnahmen über die Kirchensteuer sah sich die Landeskirche veranlaßt, Strukturänderungen vorzunehmen, die sie in einem "PfarrPlan" beschrieb und zur weiteren Beratung und Umsetzung an die Kirchenbezirke weitergab. Der schwindenden Finanzkraft wurde ein abnehmender Pfarrerbedarf proportional zugeordnet. Für unseren Kirchenbezirk bedeutet dies, daß wir ab 2006 statt bisher 55,25 nur noch 48,6 Pfarrstellen haben werden.

Die für die Planungen eingesetzte Arbeitsgruppe "Umsetzung des Pfarrplans im Kirchenbezirk Reutlingen" hat den Distrikt Nord-West (Nachbarschaft Gönningen, Ohmenhausen, Bronnweiler) nach den bis 2005 prognostizierten Gemeindegliederzahlen von bisher vier auf dann drei Pfarrstellen zurückgestuft. Danach soll Gönningen (2200 Gemeindeglieder) die bestehende eine Stelle behalten, Ohmenhausen (2900) von bisher zwei auf 1,5 Stellen und Bronnweiler (700) von einer auf eine Halbe Stelle reduziert werden.

In der Zwischenzeit haben sich Vertreter der drei Kirchengemeinden wiederholt zu Gesprächen getroffen, in denen auch der Versuch unternommen wurde, organische und praktikable Lösungen für eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit zu finden: Denkbar wäre, daß etwa in der Jugendarbeit, bei den Chören oder in der Erwachsenenbildung gemeinsame Projekte gestartet werden könnten. Zu überlegen ist auch, in welchen Bereichen überhaupt neue Strukturen geschaffen werden müssen.

Im Übrigen ist es für Ohmenhausen und Gönningen klar, daß von den neu berechneten 2,5 Dienststellen keine weiteren Abstriche möglich sind. Wir unterstützen jedoch mit Nachdruck die Forderung Bronnweilers nach einer 75%-Stelle, damit dort nach wie vor ein Pfarrer mit Residenzpflicht vor Ort behalten werden kann.

Kirchenwahl am 11.11.2001: Ein freier Sitz für Sie!

Kandidieren Sie für einen Sitz im Kirchengemeinderat und gestalten Sie den Weg unserer Gemeinde in den nächsten sechs Jahren mit!

Möglichkeit der Ummeldung in eine andere Kirchengemeinde

Grundsätzlich ist jedes Glied unserer Evangelischen Landeskirche in Württemberg auch Glied der Gemeinde an seinem Hauptwohnsitz. Seit kurzem haben Sie die Möglichkeit, sich in eine andere Kirchengemeinde unserer Landeskirche umzumelden – Sie können dann auch in dieser Gemeinde Ihr passives und aktives Wahlrecht ausüben. Es genügt dazu eine einfache Erklärung gegenüber dem jetzigen und zukünftigen Pfarramt. Bitte geben Sie eine entsprechende Erklärung ggf. bis zum 11. Mai 2001 ab, damit die Wählerlisten entsprechend geändert werden können. Nähere Informationen gibt es auf Ihrem Pfarramt, Tel. 2365.

Mehr als Ausweniglernen ¼

Aus dem Konfirmandenjahr und von der Konfis-Freizeit berichten Tanja Wörner und Maritta Haas

Zur Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden gehört mehr als nur Auswendiglernen und Unterricht wie in der Schule. Zu Beginn der Konfirmandenzeit war unser derzeitiger Konfirmandenjahrgang auf dem "Konfi-Camp": Über 600 Konfis aus dem ganzen Kirchenbezirk Reutlingen, die gemeinsam campen, singen, feiern und Sport machen. Gegen Ende der Konfizeit fahren die Gönninger Konfis regelmäßig auf eine Freizeit, auf der auch ein Thema beackert wird. Das Thema hieß dieses Mal: "An Gott glauben!?!" Zwei Konfibegleiterinnen berichten Ihnen. Übrigens: Konfirmation ist am 13. Mai und die ganze Gemeinde ist wie immer herzlich eingeladen!

Am zweiten Märzwochenende fuhren wir alle gemeinsam zur Konfis-Freizeit nach Tieringen bei Balingen. Unsere Gruppe bestand aus den Konfirmanden, aus ehemaligen Konfirmanden und Vikar Joachim Ruopp. Im Haus Bittenhalde, der evangelischen Tagungsstätte, wurden wir vom Herbergsvater herzlich empfangen. Drei Tage lang haben wir verschiedene Unterrichtseinheiten erarbeitet, wir Betreuer aus der letztjährigen Konfisgruppe hatten in einigen Treffen das Thema "Hiob und die Übertragung ins heutige Leben" vorbereitet. Dieses Thema kam bei allen Teilnehmern recht gut an. Es wurde natürlich nicht nur gearbeitet. An den Abenden hatten wir viel Spaß zusammen. Es gab ein lustiges Quiz, wer wollte, konnte sich einige gute Filme anschauen, manche haben auch den Vollmond und die Sterne beobachtet oder haben in kleinen Gruppen auf den Zimmern bei guter Musik noch ein bißchen Party gemacht. Am letzten Abend fand noch eine kleine Geburtstagsfeier statt.

Die Zeit verging wie im Flug und dann war es auch schon Sonntag Morgen. Nach dem Abschlußgottesdienst mit einer Tauferinnerung und Feier des Abendmahls mußten wir leider schon wieder den Heimweg antreten. Für uns war es eine gelungene Freizeit und wir denken, auch den Konfirmanden hat es viel Spaß gemacht.

Auf nach Amerika: Jugendaustausch mit unserer amerikanischen Partnergemeinde

Zehn Jugendliche und drei Mitarbeiter aus unserer Gemeinde werden vom 26. Mai bis 6. Juni unsere Partnergemeinde St. Luke’s besuchen – wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen und wünschen Euch eine gute Reise!

Have fun! Blessings!

Daß ER durch Mauern

Daß ER durch Mauern

drang

und verriegelte Tür -

unglaublich, legendär?

War wohl ein Armenhaus,

lehmig, porös

für Wunschträume.

Durch unseren Beton,

sachlich und kühl,

wär ER schon nicht gekommen.

Kam aber,

unvermutet wie einst

durch mehr als Granit und Stein,

durch mein Verschlossensein.

Kam aber,

mit diesem Friedensgruß.

(Manfred Haustein;

im Evangelischen Gesangbuch Seite 261)