Gemeindebrief 2/2000

Sommer 2000

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In dieser Ausgabe:

Editorial ...
EXPO 2000 ...
Ron Wrightson - unsere amerikanischen Gäste über ihren Besuch bei uns ...
Gönninger Eindrücke von unserem Besuch ...
Kinderbibelwoche ...
Termine ...
Diakonie-Sammlung ...
Neues aus Madagaskar ...
Rückblick - hält Dr. Klaus Kemmler ...
Einblick - Bubenjungschar live ...
Kinderchorprojekt ...
Abendmahl - unsere Leitsätze ...




Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

"Schön, daß Ihr da wart!" - für alle, die sich auf die Begegnung mit unseren amerikanischen Freunden eingelassen haben, waren es interessante Einblicke - und es tat gut zu sehen, wie der Glaube Menschen über Grenzen hinweg verbindet und wir zusammengehören.

"Rückblick" - diesmal lesen Sie unter dieser Überschrift ein anregendes Gespräch mit dem Gönninger Samenhändler, promovierten Volkswirt, Organisten, Autor und langjährigem Kirchengemeinderat Dr. Klaus Kemmler.

Ein "Einblick" fehlt ebensowenig in dieser Ausgabe: Diakon Andreas Kopp erzählt aus der Bubenjungschar, einem Teil der sich entwickelnden Kinder- und Jugendgruppenarbeit in unserer Gemeinde.

Natürlich fehlen auch die Veranstaltungshinweise nicht, und Eberhard Haule bringt Sie auf den neusten Informationsstand in Sachen Madagaskar.

Eine schöne Sommerzeit

und interessante Lektüre wünscht Ihnen

Ihr Redaktionsteam

EXPO2000



Liebe Leserin, lieber Leser!

Vielleicht gehören Sie zu den vielen Menschen, die in den nächsten Wochen die EXPO 2000, die Weltausstellung in Hannover besuchen werden. Freuen Sie sich auf die vielen Eindrücke und die Möglichkeit zur Begegnung!

Als wir am sechsten Öffnungstag dort waren, fiel mir auf, wie präsent die Religionen auf dieser Ausstellung sind: am Eingang West der Pavillon des "Heiligen Stuhls"; ein Gang durch die Bauten von Bhutan und Nepal mit ihrem hinduistischen und buddhistischen Hintergrund; vorbei an der "Expo-Kirche" an der Plaza; die koptische Kirche, eine der ältesten der Welt, prägt den äthiopischen Pavillon - und dann hinunter ganz nach Süden zu einem der Expo-Wahrzeichen, dem "Wal" des CVJM (siehe Skizze oben): 70 mal 30 Meter liegt er dort malerisch am EXPO-See.

Religion, Kultur, Tradition - all das ist gefragt und beeindruckt auf der EXPO, wo sonst meist nur die Rede von Zukunft ist. Religion bedeutet, daß wir Wurzeln brauchen, damit der Baum der Zukunft recht wachsen kann. Gut gewählt von den Initiatoren: der Wal, der an die Geschichte des Propheten Jona erinnert; ein Wal hatte den Propheten verschluckt, als dieser vor seinem Auftrag weglaufen wollte, den Leuten von Ninive ihren Untergang vorauszusagen; doch die Stadt Ninive gewann neue Zukunft, als sie sich Gott zuwandte. Und der Wal wurde zum Hoffnungszeichen.

Zukunft gestalten und gewinnen - das ist das Leitthema der EXPO. Der christliche Glaube hält sich daran, daß wir die Zukunft aus der Geschichte gewinnen - aus der Geschichte, die Gott mit uns Menschen machte; damals in Ninive und dann in Jesus Christus: Da hat Gott es uns gezeigt, daß er Zukunft selbst noch durch den Tod und alle Schuld hindurch eröffnet. Gott ist mit uns auf dem Weg in unsere Zukunft, die wir miteinander gestalten dürfen.

Der Wal auf der EXPO ist ein Hoffnungszeichen - Ninive soll leben ...

Einen schönen Sommer - mit oder ohne EXPO - wünscht Ihnen Ihr

Alexander Behrend, Pfarrer

PS Eine Übersicht "Religion auf der EXPO" gibt es unter den SPECIALS!

"Dear Friends in Christ!"

Ron Wrightson, Leiter der Gästegruppe aus unserer amerikanischen Partnergemeinde, erzählt von seinen Eindrücken und grüßt Sie herzlich!

Vom 17. bis 26. Juni hatten wir weitgereiste Gäste: Aus der St. Luke-Gemeinde, Ann Arbor (Michigan/USA), besuchte uns eine sechsköpfige Gruppe. Im vergangenen Jahr konnten wir Ihnen von unseren Eindrücken in Amerika berichten; jetzt lesen Sie, wie der Gegenbesuch verlief </FONT...

Wir danken Brigitte Zirngibl herzlich für ihre Übersetzung. Das Original finden Sie in der Online-Ausgabe des Gemeindebriefs unter www.goenningen.home.pages.de.

"Liebe Freunde in Christus!

Es wäre untertrieben zu sagen, wir hätten mit unserer Reise nach Gönningen ein besonderes Erlebnis gehabt - nein: Unsere Erfahrungen werden auf den Rest unseres Lebens Einfluß haben!

Gleich vorausgeschickt: Euer Land ist wunder-, wunderschön. Atemberaubend der Blick vom Roßbergturm hinunter, Bad Urach - ein malerisches Städtchen! Überhaupt: Ihr habt so viele hübsche Orte und Landschaften! Für uns als Lutheraner war es so etwas wie eine Pilgerreise, als wir nach Wittemberg und auf die Wartburg fuhren, um die Wurzeln des lutherischen Glaubens und die Stätten des Lebens und Wirkens Martin Luthers zu sehen. Trotz der 37C Hitze war es sehr bewegend und eindrucksvoll für uns! Unser Tagesausflug nach Stuttgart zum Oberkirchenrat machte uns einmal mehr deutlich, wieviel wir als Christen gemeinsam haben, unabhängig davon, wo wir leben. Nie werden wir vergessen, wie wir nachmittags um drei Uhr durch München schlenderten und alle Glocken fröhlich klangen. Die Stocherkahnfahrt in Tübingen war so friedlich und entspannend. Eure majestätischen gotischen Kirchen wie die Reutlinger Marienkirche stimmten uns ehrfürchtig. Es war auch eine Ehre, kurz mit einem Vertreter der Partnerstadt von Ann Arbor, Tübingen, zusammentreffen zu dürfen. Auch Dr. Paul Ackermann tat uns große Ehre an, als er an einem Abend Gönningens Geschichte und den Samenhandel erläuterte. Wo wir auch hinkamen und was wir auch taten, überall wurden wir herzlich aufgenommen.

Doch mehr noch als alles, was ich bisher über Euer schönes Land gesagt habe, werden uns die Erinnerungen an die Menschen in Gönningen für immer begleiten. Unsere Gastgeber hätten nicht freundlicher und gastfreundlicher sein können. Wir wurden richtig verwöhnt!

Wir möchten ein aufrichtiges Dankeschön sagen an Margarethe und Thaddäus Blank-Mathieu, die Pam und Shirly Kish bei sich aufgenommen haben. Vielen Dank Brigitte und Martin Zirngibl für die Bewirtung von Jan Mason. Herzlichen Dank an Christa, Heinz, Stefan und Sabine Frech und Stefan Rauscher für die liebevolle Aufnahme von Helen Smith und Barb Prough und an Pastor Alexander und Claudia Behrend für die Gastlichkeit, die sie mir, Ron Wrightson, geschenkt haben.

Wir spürten aufrichtige Zuneigung und Wärme; alle habt ihr Euch um uns und unsere Bedürfnisse gekümmert. Wir werden Euch nie vergessen!

Es bedeutete uns sehr viel, daß immer jemand von Euch auf unsere Ausflüge mitgekommen ist, sich Zeit für uns nahm und viel zu erzählen wußte.

Sehr segensreich waren für uns die beiden Gottesdienste am 18. und 25. Juni und dies, obwohl wir das meiste, was gesungen und gesagt wurde, nicht verstehen konnten.

Wir durften mit Euch im Geist des Herrn anbeten und erkennen, daß wir zusammen Ihm Ehre und Ruhm für seine Schöpfung und unsere Erlösung geben.

Jeder Einzelne war freundlich zu uns, auch wenn wir Kommunikations-Schwierigkeiten hatten. Ihr habt eine schöne Kirche und eine nette Gemeinde. Beim Gemeindefest hatten wir sehr viel Spaß! Wir haben die Musikgruppen, das Essen und die Gemeinschaft mit Euch allen sehr genossen.

Persönlich möchte ich noch anmerken, wie vertraut ich mit Pastor Alexander, Claudia und ihren Kindern wurde. Es waren viele schöne gemeinsame Augenblicke: essen, trinken, lachen, im Garten sitzen ... Sie sind etwas sehr Besonderes für mich und für Euch. Er ist Euer Pastor und ihr müßt ihn und seine Familie unterstützen, auch im Gebet. Sie sind Gottes Gabe an Eure Gemeinde. Sie sind vom Herrn dorthin gestellt, um sich um Euch zu kümmern und Euch zu helfen, Euren Glauben und Eure Beziehung zu Jesus Christus wachsen zu lassen. Liebt sie und unterstützt sie!

Nie werden Worte genügen, unserer großen Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen, daß ihr unsere Deutschlandreise unvergeßlich habt werden lassen. Wir werden oft an Euch denken und Euch im Gebet dem Herrn anbefehlen. Ich hoffe wirklich, daß die Beziehung zwischen Eurer Gemeinde und unserer St. Luke-Gemeinde tiefer und stärker werden wird.

Gott segne jeden Einzelnen von Euch und Eure Gemeinschaft als Brüder und Schwestern in Christus! Liebt Ihn und dient Ihm mit Eurem Leben! Betet für uns, wie wir für Euch beten!

Im Namen von Helen, Barbara, Pam, Shirly und Jan sage ich Euch nochmals Dank für alles! Wir lieben Euch!

Liebe Grüße in Christus

Ron Wrightson"

Gönninger Eindrücke

Brigitte und Martin Zirngibl

Was mir bleibt?

Erinnerungen an gute Gespräche und die Erfahrung, daß eine kurze Zeit genügen kann, um jemanden sehr gern zu haben;

ein paar Vorurteile weniger über Amerikaner und ihr Land und der Wunsch, alle einmal wiederzusehen;

liebe Leute, die ich in meine Gebete einschließe und die Erkenntnis, daß wir tatsächlich eine große Familie sind.

Manche sagen: "In Amerika ist alles besser und größer". Wir haben aber auch einige Dinge, die bei den Amerikanern Staunen hervorrufen: Die Menschenmenge in München in der Fußgängerzone und unser öffentliches Nahverkehrssystem speziell in den Großstädten.

Claudia Behrend

"Lachen ist gesund" - unter diesem Motto stand das Zusammensein mit unserem amerikanischen Gast Ron Wrightson. Es war eine schöne und intensive Zeit - unsere Kinder und wir haben ein wenig getrauert, daß die Tage so schnell vorbei waren.

Familie Frech

Wir waren sehr gespannt auf Helen und Barbara, und die Unsicherheit, ob man sich (auch sprachlich) verstehen würde, verflog schnell. "Unsere Amerikanerinnen" waren sehr interessiert und offen für neue Eindrücke, so daß es uns Spaß machte, Ihnen unser Land und unsere Gepflogenheiten zu zeigen. Es ist erstaunlich, wie schnell man fremden Menschen nahe kommt, wenn man mit ihnen lebt. Wir spürten, daß der Glaube an Jesus Christus uns verbindet, und es war eine tolle Erfahrung zu erkennen, daß Gott die ganze Welt in seiner Hand hält. Insgesamt war der Amerikabesuch keine Belastung, sondern eine Bereicherung! Wir haben zwei liebe Freundinnen bekommen und hoffen, daß der briefliche Kontakt nicht abreißt!

Margarete Blank-Mathieu

Wenn ich heute an die Besucher aus Ann Arbor zurückdenke, so kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Komische Situationen, in denen wir gemeinsam nach den richtigen Worten suchen mußten, fallen mir ein; viele fröhliche Spielrunden beim "Mensch ärgere dich nicht" mit Shirley und Pam. Und dann die ständige Frage: "Walking onto the mountains?" ("Muß man da den Berg hochgehen?") und unsere Versicherung: "You must walk one or two hours!" ("Es wird mindestens ein bis zwei Stunden zu wandern sein!") </FONT... ein Lachen und die Versicherung, daß dem nicht so sei. - Wir haben neue Freunde gewonnen, auch die anderweitig untergebrachten American Ladies und Ron sind uns lieb geworden und wir möchten diese Erfahrungen nicht mehr missen. Gut, daß es EMail gibt, wir bleiben in Kontakt.

Kinderbibelwoche: Peter haut ab! - Di-So 5.-10.9.2000

Zur ökumenischen Kinderbibelwoche laden wir Euch auch dieses Jahr wieder herzlich ein. Dienstag, 5. September, geht es um 9 Uhr im Gönninger Gemeindehaus los (bis Freitag, 8. September, jeweils bis 12 Uhr); Abschluß mit einem Familiengottesdienst am Sonntag, 10. September, ab 10 Uhr in der evangelischen Kirche! Unkostenbeitrag: DM 20.-. Nähere Infos bei Vikar Joachim Ruopp, Tel. 922038. Da wir dieses Mal endlich unsere Idee mit dem KiBiWo-T-Shirt verwirklichen möchten, bitten wir um Voranmeldung bis Ende Juli! Einfach die Handzettel aus der Schule verwenden oder formlos ans Ev. Pfarramt, Torstr. 20, unter Angabe von Name, Geburtsdatum, Telefon, Schulklasse (im Jahr 2000/2001) und T-Shirt-Größe (XXS-XS-S-M-L).

Wir freuen uns auf dich!

Termine - Treffs - Kontakte

22.

Juli

ab 14.00

um die Kirche

Dorffest -

mit Ständen der Evangelischen Jugend und des Gospelchores (Im Ländle);

15.15/16.15/17.15/18.15 Uhr:

"Ein Achtele um Viertel - ein achtel Stündchen in der Kirche"

23.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst (4. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest)/
Abendmahl
(Einzelkelch, alkoholfrei)/
letzter Kindergottesdienst vor den Sommerferien

23.

 

17.00

Kirche

Konzert des Gomaringer
Kinderchores

26.

 

7.50

Kirche

Schulschlußgottesdienst der Hauptschülerinnen und -schüler

 

 

8.40

Kirche

Schulschlußgottesdienst der Grundschülerinnen und -schüler

30.

 

9.30

Kirche/Chorraum

Gottesdienst (6. SnD)

3.

August

14.00

ab Rathaus

Grillnachmittag der Jüngeren Senioren

6.

 

9.30

Kirche/Chorraum

Gottesdienst (7. SnD)

13.

 

9.30

Kirche/Chorraum

Gottesdienst (8. SnD)

20.

 

9.30

Kirche/Chorraum

Gottesdienst (9. SnD)

 

 

11.00

Roßbergwiese

Gottesdienst im Grünen

27.

 

9.30

Kirche/Chorraum

Gottesdienst (10. SnD/
Israelsonntag)/
Abendmahl
(Einzelkelch, alkoholfrei)

2.

September

20.00

Kirche

Orgelkonzert mit Kirchenmusikdirektor Eberhard Becker, Reutlingen (Werke von J. S. Bach)

3.

 

10.00

Gemeindehaus
(-garten)

"Gottesdienst schwäbisch" mit Pfr. Hans Speidel, Pfullingen

5.-8.

 

9.00-12.00

Gemeindehaus

Ökumenische Kinderbibelwoche (s. Seite 8)

10.

 

10.00

Kirche

Familiengottesdienst zum Abschluß der Kinderbibelwoche

15.

 

9.45

Kirche

Ökumenischer Gottesdienst mit den Schulanfängerinnen und -anfängern der Roßbergschule

17.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst (13. SnD) mit
Taufen/Kindergottesdienst

21.

 

14.30

Gemeindehaus

Kaffeestündle (Uwe Junger über die "Initiative Rudensk")

23.-30.

 

-

Dresden

Seniorenfreizeit

24.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst (14. SnD)/
Abendmahl
(Einzelkelch, alkoholfrei)/
Kindergottesdienst

1.

Oktober

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst (15. SnD)/
Kindergottesdienst

4.

 

19.30

Gemeindehaus

Jugendmitarbeiterkreis
"Zapfsäule"

5.

 

14.00

ab Rathaus

Jüngere Senioren: Ausfahrt nach St. Johann

8.

 

10.00

Kirche

Familiengottesdienst am
Erntedankfest

14.

 

14.00

Gemeindehaus

Miniclub-Basar

15.

 

9.30

Kirche/
Gemeindehaus

Gottesdienst mit Vorstellung der Konfirmandinnen und Konfirmanden/Taufen/Kindergottesdienst

Wir bitten Sie um Unterstützung der Diakonie!

"Diakonie macht möglich!" - unter diesem Motto wendet sich das Diakonische Werk unserer Landeskirche in diesem Jahr an Sie. Im beiliegenden Faltblatt erfahren Sie anhand ausgewählter "Mini-Lebensläufe" mehr über die vielfältigen Hilfen, durch die "Diakonie möglich macht".

Das Spendenkonto des Diakonischen Werks Württemberg: 2 133 250 bei der Landesgirokasse Stuttgart, BLZ 600 501 01. Oder verwenden Sie die Opfertüte (falls Sie einen Namen darauf notieren, erhalten Sie eine Spendenbescheinigung)!

Über die Lage auf Madagaskar berichtet Ihnen Eberhard Haule

Beim Gemeindefest 1999 konnte ich Ihnen voller Freude von der Einweihung der "Gönninger Brücke" in Ambohitsara auf Madagaskar berichten. Beim diesjährigen Fest mußte ich Ihnen leider erzählen, daß die Brücke dem ungeheuren Hoch-

wasser zum Opfer viel. Nun liegt sie, samt zentnerschweren Betonsockeln, auf beiden Uferseiten. Um so erfreulicher ist es, daß wir mit Spendengeldern vier Brunnen im Dorf bauen konnten. So haben die Bewohner, auch in der Trockenzeit, stets Wasser von guter Qualität. Dies ist um so wichtiger, da seit Monaten auf Madagaskar vermehrt Cholera vorkommt. Viele Kinder starben schon immer an chronischen Durchfällen. Auch konnten wir wieder viele warme Decken an die Familien im Dorf verteilen. Unser nächstes Projekt ist der Wiederaufbau der Grundschule, der Zyklon hat das ganze Dach mitgenommen. Außerdem benötigen wir eine ganze Anzahl von Lehrbüchern, die die Eltern nicht selbst kaufen können. Auch diese Aufgabe werden wir wieder gemeinsam meistern. Hilfe tut Not und sie tut gut! Einen kleinen Dankesbrief an unsere Gemeinde habe ich mitgebracht: "Merci den Leuten in Gönningen!" Der Dank kommt wirklich von Herzen!

"Rückblick" - mit dem langjährigen Gönninger Kirchengemeinderat Dr. Klaus Kemmler sprach Dietrich Birkenhofer

Herr Kemmler, Sie sind so vielseitig begabt - welchen Beruf haben sie eigentlich erlernt?

Nach Krieg, Kriegsgefangenschaft und leidlicher Behebung einiger davongetragener Schäden habe ich in Tübingen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie ein paar Nebenfächer studiert und anschließend über ein wirtschaftstheoretisches Fach promoviert. So viel Zeit wie die jungen Leute heute hatten wir damals nicht, um noch woanders spezielle Berufserfahrung zu sammeln.

Wie wurden Sie Gönninger Samenhändler?

Mein Vater, der aus Gönningen stammte, hatte in Liegnitz (Schlesien) einen Saatzuchtbetrieb, den wir nach der Vertreibung und dem Verlust nahezu unseres ganzen Besitzes hier wieder aufzubauen versuchten. Mit dem Großelternhaus hatten wir ja in Gönningen wenigstens noch ein eigenes Dach über dem Kopf. In der damaligen Situation schien es auch mir am Sinnvollsten zu sein, an das alte Metier anzuknüpfen und sich neben dem Handel mit Gemüse- und Blumensamen wieder mit der Züchtung neuer Gemüsesorten zu beschäftigen. Die Samenzüchtung erwies sich freilich bald als viel zu langwierig und kostenaufwendig, so daß das reine Handelsgeschäft mit der Zeit immer wichtiger wurde.

Inzwischen sind Sie Ruheständler. Womit befassen Sie sich gerade besonders?

Ich interessiere mich nach wie vor sehr für die Geschichte des Gönninger Samenhandels und sammle gerade Material für eine kleine Schrift über das Samenhändlerdenkmal in der Gönninger Kirche.

Sie sind äußerst vielseitig. Sie haben auch schon in einem Buch die Geschichte einer Gönninger Samenhändler-Familie beschrieben!

Ich hielt es für wichtig, noch etwas von dem festzuhalten, was mit unserer Generation endgültig verloren gehen wird, z.B. die persönliche Erinnerung an die Zeit vor dem Krieg, an die Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre, an die Heimat, an Schlesien und an das Gönningen unserer Jugendzeit. "Jeder erfindet sich eine Geschichte, die er für sein Leben hält", schreibt Max Frisch. Ich weiß, wie problematisch subjektive Betrachtungen sind, besonders, wenn sie etwas mit der eigenen Biographie zu tun haben. Aber was Zeitungen und Fernsehen heute vom Leben unserer Generation erzählen, ist oft noch viel fragwürdiger.

Sie komponieren sogar. Erst jüngst wurde in der Gönninger Kirche ein Stück für Orgel und Cello uraufgeführt!

"Uraufgeführt", - das klingt so bedeutend. Frau Ruopp-Littmann war so lieb, eine meiner kleinen Sachen mit mir zusammen in der Kirche zu spielen. Ich habe immer viel Freude an der Musik gehabt und manchmal auch etwas für den Hausgebrauch und für meine Freunde geschrieben. Auch der Gönninger Kirchenchor hat ja schon ein paar mal etwas von meinen Liedern gesungen.

Überhaupt hört man Sie oft als Organist in unsrer Kirche!

Wo die Sprache aufhört, fängt Musik an. Und es macht einfach Freude, auf unserer herrlichen Orgel zu spielen, auch wenn ich bloß Klavierspieler und kein Organist bin.

Wieviel Jahre waren Sie Kirchengemeinderat (KGR)?

Von 1971 bis 1995, also 24 Jahre. Während dieser Zeit gehörte ich auch der Bezirkssynode an.

Nächstes Jahr sind wieder Wahlen zum KGR. Es werden wieder Kandidatinnen und Kandidaten gesucht. Welchem Personenkreis würden Sie dieses Ehrenamt nahelegen?

Leuten, die wirklich etwas tun und die nicht sowohl im Gottesdienst als auch bei kulturellen Veranstaltungen fast immer zu Hause bleiben.

Schon oft wurde über die manchmal zahlenmäßig schwache Gottesdienst-Beteiligung gesprochen. Haben Sie Ideen für einen größeren Zuspruch?

Wenn ichs wüßte! Unsere Gemeinde hat mit Pfarrer Behrend und Vikar Ruopp zwei hervorragende und liebenswerte Geistliche. Aber gegen allgemeine gesellschaftliche Auflösungserscheinungen, Versäumnisse im Elternhaus und den Trend zum Big-Brother-Niveau ist der beste Pfarrer machtlos. Ich halte nicht viel von Spektakel und modischem Schnickschnack. Eine gute Predigt und ein Gottesdienst, der sowohl den Gemütswerten als auch dem heutigen Wissensstand gerecht wird, sind wahrscheinlich immer noch das beste Mittel, auch wieder mehr junge Leute für geistige Dinge zu interessieren.

Vor vielen Jahren haben Sie sich für den Erhalt alter Häuser eingesetzt, speziell für die Fachwerkhäuser in der Gönninger Hauptstraße. Viele Mitbürger sind diesem Beispiel gefolgt. Sollte noch mehr in Gönningen zur Rettung alter Bausubstanz getan werden?

Es gibt wohl keinen Ort, selbst wenn er nicht so traditionsreich wie Gönningen wäre, der sich heute nicht lieber durch seine schönen alten Häuser als durch seine Neubauten im modernen oder postmodernen Allerweltsstil von anderen Orten unterscheiden würde.

Abschließend möchte ich Ihnen sagen: Ich bewundere Ihre Kreativität im musischen Bereich. Können Sie mit so viel Lob umgehen?

In meinem Alter errötet man nicht mehr so schnell. Gestatten Sie mir als demütigem und bescheidenen Christen ein Gleichnis. Meine Frau, die längere Zeit in Südafrika war, hat mir seinerzeit von einem kleinen Jungen erzählt, der dort in seinem viel zu kurzen Hemdchen herumsprang und dabei mit Inbrunst den Choral sang: "Herr, decke meine Mängel mit deiner Huld </FONT... " So ist alles. Gottes Gaben sind ungleich verteilt. Ich, zum Beispiel, möchte auch so gut Orgel spielen können wie Dr. Utz Wagner, handwerklich so geschickt sein wie Sie und so gut kochen können wie meine Frau.

"Einblick" - Bubenjungschar Live-Einblicke ins Gemeindhaus, Donnerstag-Nachmittag

16.45 Uhr

Wir Mitarbeiter begrüßen uns im Gemeindehaus: Wir (Uwe, Michi, Alex und Andy) treffen letzte Vorbereitungen, Stühle stellen, Materialien bereitlegen </FONT... Wie es heute wohl wird?

17.05 Uhr

Schon zehn Minuten vor eigentlichem Beginn der Jungschar stehen die ersten Kids im Raum. Und schon werden die ersten Späße ausgeheckt </FONT...

17.15 Uhr

Zwischen 10 und 15 Jungen im Grundschulalter sind nun da. Es geht los: manchmal mit Singen oder gleich mit einer spannend erzählten Geschichte von einem Mitarbeiter.

17.30 Uhr

Nun stehen Basteln, Spiele, Vertiefung der Geschichte, Spaß und Action auf dem Programm, mal ruhiger, mal mit viel Tempo, mal der Große Preis nachgespielt, mal Stationenlauf </FONT... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

18.30 Uhr

Die Jungschar endet mit unserem Jungschargruß: Alle nehmen sich in einem Kreis an der Hand; einer ruft: "Mit Jesus Christus mutig </FONT... " Alle Jungscharler: "</FONT... voran!"

18.31 Uhr

Aufräumen und kehren.

Anschließend plaudern wir noch ein wenig. In Zukunft werden wir direkt im Anschluß die nächste Stunde vorbereiten (bislang haben wir das immer montags getan) und vor allem über die biblische Geschichte reden: Was steckt da drin, wie können wir sie erzählen, wie sieht der Programmablauf aus, wer ist für was zuständig.

Unser Fazit:

Es macht uns (und wie wir spüren auch den Jungen) großen Spaß!

Herzliche Grüße

Ihr Jungscharteam Michael Flad, Andy Kopp und Alexander und Uwe Weinig

Nähere Infos bei Diakon Andreas Kopp unter Tel. (07121) 506643.

Kinderchorprojekt - "Wann geht's weiter?"

Nach dem Gemeindefest-Auftritt des Kinderchores haben uns viele nach dem nächsten Projekt gefragt </FONT... Wir werden versuchen, Euch unter der Leitung von Katrin Seeger im neuen Schuljahr ein "Weihnachtsprojekt" anzubieten. Mehr dazu im nächsten Schuljahr im Mitteilungsblatt und hier im Oktober-Gemeindebrief!

Das Abendmahl - Thema unserer Kirchengemeinderat-Klausur im April 2000 ...

Unsere Leitsätze:

Wir sind gespannt auf unsere gemeinsamen Erfahrungen am "Tisch des Herrn"!