Gemeindebrief 1/1997

Ostern


Symbol: Gönninger Kirche



In dieser Ausgabe:

Ein Wort zu Beginn ...
Ausgesätes Leben
Einblick - als "Lebensgemeinschaft" in der Landeskirche ...
Rückblick - Bürgermeister a. D. Rudolf Diegel ...
Die neue Pfarrvikarin ...
Angebote in der Karwoche und zu Ostern ...
Events ...
Rückblick auf die Konfirmanden-Freizeit ...
Besuche in unserer Kirchengemeinde ...
Weltmissionsprojekt, Kirchentag, Impressum ...
Zum 500. Geburtstag Philipp Melanchthons ...
Ein Lied zum Schluß ...





Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!
Vielleicht wird Sie unsere Grafik auf der Titelseite durch die Karwoche und an Ostern begleiten. Schwarz und Weiß geraten hart aneinander. Leben und Tod - um nicht weniger geht es in dieser Zeit. Wenn Sie gemeinsam mit anderen dem nachgehen wollen, dann beachten Sie bitte vor allem die Veranstaltungshinweise! Natürlich gibt es wieder die mittlerweile vertrauten Rubriken "Einblick" und "Rückblick". Daneben finden Sie Berichte über Besuche in unserer Gemeinde und über die Konfirmanden-freizeit. Außerdem lernen Sie Frau Ulrike Haas-Schmeske, unsere Pfarrvikarin, etwas näher kennen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam

Ausgesätes Leben bringt Frucht!

Von Jesus, Ihrem Garten und Gönninger Samen


Liebe Leserin, lieber Leser!
Mit Samen und Saat kennt man sich aus in Gönningen. Die Gärten auf Plattach oder am Gänsäcker sprechen beredt davon. Und die Rübenfelder meiner Schwiegermutter im Schwarzwald bringen ihren Ertrag natürlich auch aus Gönninger Samen.
Der Jahreskreis von Saat und Ernte kann uns an das erinnern, was wir in der Karwoche und an Ostern feiern: Ausgesätes Leben bringt Frucht!
Auf der Rückseite dieses Gemeindebriefes finden sie ein Lied; es hat uns in den Gottesdiensten der Passionszeit begleitet: "Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt". Jesus bezieht dieses Bild vom Weizenkorn, das ausgesät wird, einmal auf sein eigenes Schicksal, auf seinen Tod. Und er drückt damit seine Hoffnung aus, daß selbst aus dem Tode noch Frucht wachsen kann. Er sät sein Leben aus; das trägt Frucht, die uns zugute kommt. Ausgesätes Leben bringt Frucht!
Wo Menschen sich aus dem Glauben an Christus hingeben, keine Angst mehr um sich selbst haben, weil sie ihr Vertrauen in Gott setzen, da eröffnen sich Lebensmöglichkeiten. In einer Zeit, in der Möglichkeiten und Auskommen von vielen mehr und mehr beschnitten werden; in der gleichzeitig Besitzstandswahrung und Selbstbezogenheit mehr und mehr zum obersten Gebot werden, haben wir solche Hingabe nötiger denn je.
Da berichten mir Hinterbliebene, wie gut es ihnen tat, daß viele aus dem Dorf ihnen beigestanden sind; oder ich denke an die Dame mittleren Alters, die Tag um Tag am Bett einer alten Frau steht; oder an die 200-Mark-Spende, die wir an bedürftige Gemeindeglieder weitergeben können.
Solche Hingabe ändert doch nichts? Fragen Sie diejenigen, denen es zugute kommt … Jesus hat sich für andere eingesetzt, weil er um Gott wußte. Er hat sein Leben hingegeben, damit wir "ewiges Leben" haben - Leben mit Gott. Wer sein Leben aussät, verändert die Welt - und mit Samen und Saat kennt man sich doch aus in Gönningen …
Frohe Ostern und gute Ernte wünscht Ihnen Ihr
Pfr. Alexander Behrend

"Einblick" - Als Lebensgemeinschaft in der evangelischen Landeskirche

Familie Habisreitinger und Familie Zirngibl stellen die "LG" vor


LG - wie kam es dazu?
Schon lange waren wir auf der Suche nach verbindlichem, geistlichem Leben. Daneben stellten wir uns kurz vor der Lebensmitte die Frage nach unserem Lebensziel. In dieser Phase lernten wir den "Wörnersberger Anker" im Schwarzwald kennen. In diesem christlichen Lebenszentrum hörten wir von der Idee "Christliche Lebensgemeinschaft" und bekamen Kontakt zu jungen Leuten, die auch an dieser Idee interessiert waren. Ein halbes Jahr später begannen wir mit unserem Experiment in Gönningen.
LG - wie sieht das aus?
Zwei Schwerpunkte sind uns am gemeinsamen Leben wichtig:
1. Wir kümmern uns umeinander.
2. Wir kümmern uns um unseren Dienst.
Einmal wöchentlich treffen wir uns (elf Erwachsene und zehn Kinder) zu einem Hausabend. Nach dem gemeinsamen Abendessen stehen abwechselnd Bibelarbeit, Gebet, Austausch, Feiern und Besprechung unserer Dienste im Mittelpunkt.
Jeden Monat verbringen wir einen Tag miteinander, an dem uns das gemeinsame Erleben auch und gerade mit den Kindern wichtig ist.
Unsere Gruppe setzt sich aus Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, Berufen und Lebenssituationen zusammen, was natürlich immer wieder zu Konflikten führt. Wir stellen uns dem und möchten gemeinsam reifen, auch durch Krisen hindurch, und erfahren dabei, wie wichtig Vergebung ist.
LG - was heißt das für Gönningen?
Die evangelische Kirchengemeinde Gönningen ist für uns der Ort, an dem wir leben und uns einbringen wollen. Unsere Mitarbeit geschieht zum einen in "Dauereinrichtungen" (Mädchenjungschar, zwei Hauskreise, Gitarrenkurs), zum anderen mit Projekten wie der Osteraktion und dem Glaubensseminar im vergangenen Jahr. Am 15. Juni planen wir einen Gemeindetag zum Thema "Hauskreis". Über unseren Ort hinaus arbeiten wir noch beim Evangelischen Jugendwerk Reutlingen mit.
LG - was sind unsere Ziele?

"Rückblick" - Was macht eigentlich Rudolf Diegel

Dietrich Birkenhofer fragt anläßlich seines 70. Geburtstages


Herr Diegel, Sie waren letzter Bürgermeister des selbständigen Gönningen. Bei der Eingemeindungsfeier vor über 25 Jahren sagten Sie: "Die Zerstörung der Stöffelburg haben wir den Reutlingern verziehen, nicht aber die schmutzige Straße zwischen Reutlingen und Gönningen."
Man erinnert sich heute kaum noch daran, wie dreckverschmiert und gefährlich die frühere, noch nicht ausgebaute Landstraße oft war. Bei naßkaltem Wetter, wenn die von der Deponie kommenden Lastwagen viel Dreck herausschleuderten, konnte man unsere Autos an der Verschmutzung erkennen. Bei der Eingemeindungsfeier war also dieser Stupser durchaus fällig. Inzwischen hat sich viel gebessert: geteerte Wege innerhalb der Deponie; eine Reifenwaschanlage wurde installiert. Die alten Zustände sind so gut wie vergessen und deshalb auch verziehen. Wenn wir im Privaten auch so leicht vergessen könnten!
Wir konnten mit der Stadt einen günstigen Eingemeindungsvertrag abschließen und sind nicht "untergestanden". Am zufriedensten bin ich darüber, daß es keine Großprojekte gab, die den Ort verändert hätten. Was bis jetzt geschah, hätten auch wir gerne erledigen wollen, wenn es nur so schnell möglich gewesen wäre. Alles auf dieser Welt hat seinen Preis: Die Eingemeindungsverhandlungen einzuleiten, fiel mir schwerer, als es den Anschein hatte.
Pfarrer Schüle lobte jüngst sein gutes Verhältnis zu Ihnen als Bürgermeister.
Er war bei der Einweihung des erweiterten Kindergartens an der Rosmarinstraße dabei, und mit ihm begannen die Verhandlungen über den Bauplatz für das Gemeindehaus. Jeder hatte wohlwollendes Verständnis für die Situation des anderen. Das war später nicht viel anders. Mich freut es, wenn die jetzt wichtigen Personen auch wieder gut miteinander können.
Ihre Belesenheit spürte man Ihren gescheiten und humorvollen Reden ab.
Ja, man sagt mir nach, daß ich Humor hätte. Wilhelm Busch sagte: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht." Die Betonung liegt auf "trotzdem". Dieses "trotzdem" habe ich meistens gut gekonnt, und ich war in meinem Leben ja auch darauf angewiesen … Aus meinen Büchern habe ich immer wieder Auszüge gemacht; ich habe Zeitungsausschnitte abgelegt und mit Vergnügen Zitate gesammelt. Meine Ansprachen waren also eine Mischung aus Inspiration und Transpiration.
Was bedeutet Gönningen für Sie heute?
Seit 1955 ist Gönningen zur Heimat geworden. Ich fühle mich wohl unter diesen Leuten und in dieser Landschaft.
Welche persönlichen Wünsche haben sie als "junger Siebziger"?
Ich erhoffe für mich ein maßvolles Glück, weil jedes Übermaß schadet. Und ich hoffe, daß unser Staatswesen die gegenwärtigen Schwierigkeiten ohne unreparierbaren Schaden übersteht. Unter all den unvollkommenen Staatsformen ist die Demokratie immer noch die menschenfreundlichste Art, miteinander umzugehen. Churchill sagte das sehr schön: "Die Demokratie lebe zweimal hoch!"

"Ein bißchen wie meine Heimat …"

Pfarrvikarin Ulrike Haas-Schemske stellt sich vor


Ab 1. April beginnt für mich hier die Zeit des Pfarrvikariats. Einen ersten Eindruck von Gönningen bekam ich schon während der Studienzeit, wenn ich auf meinen täglichen Fahrten zwischen Sonnenbühl und Tübingen durch Gönningen fuhr. Hier würde ich auch gern wohnen , dachte ich ab und zu, und jetzt ist es tatsächlich so gekommen. Ich empfinde die Gegend hier ein bißchen wie meine Heimat, obwohl ich in Göppingen geboren bin.
Nicht die Theologie war es, die mich aus dem Elternhaus vertrieb, sondern die Biologie, die mich nach Bayreuth führte. Freunde, die einer Freikirche angehörten und mich immer wieder in ihre Gottesdienste einluden, nötigten mich zur Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben.
Aber da wurde mir klar, daß mein Weg nicht derselbe war wie der, den meine Freunde gingen. Zur Freiheit des christlichen Glaubens gehörte für mich, nicht auf eine Denk- und Deutemöglichkeit biblischer Texte und christlicher Dogmen festgelegt zu werden.
Das Theologiestudium begann mich immer mehr zu reizen. So faßte ich schließlich den Entschluß, das Studienfach zu wechseln.
Nach Bayreuth folgten als Studienorte Neuendettelsau, Erlangen und Tübingen. In Tübingen lernte ich meinen Mann Michael Schemske kennen, der zu der Zeit mit Holzspielzeug handelte und es auf Kram- und Flohmärkten vertrieb.
Im Sommer 1992 legte ich in Tübingen das erste theologische Examen ab. Ein Jahr zuvor war unsere Tochter Sarah zur Welt gekommen.
Nach dem Examen war erst einmal Wartezeit angesagt. Um die Zeit bis zum Vikariatsbeginn zu überbrücken - aber auch aus Interesse an der Arbeitswelt - ließ ich mich auf ein Projekt ein, das sich Wirtschaftsvikariat nannte und mir für ein Jahr einen regulären Arbeitsplatz bei Mercedes-Benz bescherte.
Danach folgte das Ausbildungsvikariat in Roigheim bei Heilbronn. Im Vikariat stand nun auf einmal die pfarramtliche Praxis im Vordergrund. Ganz neue Erfahrungen für mich, da ich ja wenig kirchliche Sozialisation mitbrachte. Die Gemeinde, in der ich die letzten 2 ½ Jahre verbrachte, war sehr ländlich geprägt und auf ihre Art sehr beschaulich.
Ich bin nun sehr neugierig, was mich hier in Gönningen erwartet und freue mich auf das Neue.

Passion und Ostern gemeinsam feiern

ein Angebot für Sie, Karwoche und Ostern zu erleben


"Sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich", schreibt Markus am Schluß seines Evangeliums über die entsetzten Frauen am leeren Grab. Haben wir heute die Sprache wiedergefunden? Ist Auferstehung selbstverständlich geworden? Auferstehung scheint jedenfalls damals wie heute erschreckender und aufregender als der Tod. Um immer wieder neu gemeinsame lebendige Sprache zu finden, um Hoffnung auf Leben zu schöpfen, wollen wir Passion und Ostern gemeinsam feiern.
Zum vierten Mal wollen wir in der Karwoche und am Ostersonntag zusammenkommen. Wir von der Lebendsgemeinschaft (siehe Seite 4) und aus den Hauskreisen laden Sie und Euch herzlich ein! (Cornelia Zeul)

Was ist denn da los?

Eintragenswertes für Ihren Kalender


Info-Telefon der Landeskirche - 6. April-10. Mai

Unter einer kostenlosen 0130-Nummer (0130 72 59 23) können Sie Ihre Wünsche und Fragen an die Landeskirche direkt anbringen:

Begegnungstag "Füreinander da sein" - 6. April

Zu einem Begegnungstag mit behinderten Mitmenschen lädt der Arbeitskreis "Füreinander da sein" dieses Jahr bei uns in Gönningen ein. Kontaktperson ist Frau Sigrid Meiers, Tel. 7861.

Pfarrvikarin Haas stellt sich vor - 13. April

An diesem Sonntag hält Pfarrvikarin Haas-Schemske ihren ersten Gottesdienst bei uns in Gönningen. Anschließend besteht die Gelegenheit, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Ihre Adresse: Donauschwabenstr. 8, Tel. 912150.

Konfirmation - 27. April

Um 9.30 Uhr findet in der ev. Kirche der Konfirmations-Gottesdienst statt. Da es in diesem Jahr "nur" 22 Konfirmandinnen und Konfirmanden sind und wir eine große Kirche haben, brauchen Sie sich keine Sorgen um einen Platz machen! Feiern Sie mit! Der Gottesdienst mit Konfirmanden-Abendmahl ist eine Woche später, am 4. Mai.

Hauskreistag - 15. Juni

Mit einem Gottesdienst (9.30 Uhr in der ev. Kirche) beginnt ein Tag, bei dem sich alles um das Thema "Hauskreis" drehen wird. Referent am Nachmittag ist Günther Schaible, Leiter des "Wörnersberger Anker" (Kreis Freudenstadt). Es wird Mittagessen und Nachmittags-Kaffee geben. Näheres bei Werner Habisreitinger, Tel. 5721.

Gemeindefest - 29. Juni

Den Auftakt am Peter-und-Pauls-Tag (29. Juni) bildet ein Gottesdienst, wahrscheinlich in unserer Peter-und-Paul-Kirche …
Am 13. Juli findet übrigens das Roßbergfest unserer katholischen Schwestergemeinde statt!

"Ja, was glaubst Du denn …"

Konfirmanden-Freizeit 21. bis 23. Februar '97 - ein Bericht von Stefanie Thielsch und Kathrin Habisreitinger


Am Freitag trafen sich alle Konfirmandinnen und Konfirmanden um 16 Uhr an der Kirche, um nach Tieringen zu fahren. Nach einer Stunde kamen wir in der Evangelischen Tagungsstätte Haus Bittenhalde an.
Wir verteilten uns in unsere Zimmer, packten aus und gingen auf Entdeckungsreise durch das Haus. Nach dem Abendessen zeigte uns Herr Behrend (nach einer ersten Unterrichtseinheit) einen "Action-Film", bei dem wir alle fast einschliefen.
Am nächsten Morgen gingen wir, nach einem ausgiebigen Frühstück, erst mal Tischtennis spielen, später trafen wir uns dann mit Herrn Behrend und Anja Schwenk, um Konfirmanden-Unterricht zu machen zu dem Thema: "Was ich glaube …". Nach dem Mittagessen überredeten wir Herrn Behrend, uns schwimmen gehen zu lassen. Zuerst wollte er uns nur eine halbe Stunde weglassen, doch nach ein paar Minuten Diskussion waren es zwei Stunden.
Vor dem Abendessen hörte man plötzlich einen Schrei: "Hilfe, hilfe, ein Baum brennt!" Sofort war Herr Behrend mit dem Feuerlöscher zur Stelle und erwies sich als ausgezeichneter Feuerwehrmann.
Für den Abend hatte Anja ein paar lustige Spiele vorbereitet, bei einem mußten wir uns beispielsweise ein Markstück in den (natürlich bekleideten, Anm. d. Redaktion) Hintern klemmen und es dann in eine Schüssel fallen lassen. Es folgte ein Party, bei der leider nicht alle dabei waren.
Am nächsten Tag machten wir zusammen einen Gottesdienst. Später packten wir, und um 14 Uhr kamen dann auch schon unsere Eltern, um uns abzuholen.
Alles in allem war es ein total geiles Wochenende, bei dem wir alle viel Spaß hatten!

Glückwünsche und mehr

Besuche in unserer Gemeinde - Was Sie darüber wissen sollten …/Seelsorgebezirk Pfarrvikarin Haas


Fast jeden Werktag wird in unserer Gemeinde ein Besuch "im Namen der Kirchengemeinde" gemacht. Die Damen vom Kaffeestündle besuchen dabei alle Seniorinnen und Senioren, die ihren 75. bis 79. Geburtstag feiern.
Ab dem 80. Geburtstag besucht Pfarrer Alexander Behrend die Jubilare (außer bei "runden" Jubiläen meist in den Tagen danach). Mit dem Dienstantritt von Pfarrvikarin Haas wird sie die Besuche (und Bestattungen) für das Gebiet Hechingerstraße und westwärts davon übernehmen. Sie selbst wohnt in der Donauschwabenstr. 8 (Tel. 912150). Außerdem stehen für Pfarrer und Pfarrvikarin natürlich Besuche bei Trauernden, Tauffamilien, Kranken oder wenn es einfach gewünscht wird auf dem Programm.
Dazu kommen in der Adventszeit Besuche bei Familien mit behinderten Angehörigen durch einige Kirchengemeinderätinnen und -räte sowie Besuche von Gönningern, die in den Altersheimen in der Region leben.
Gemeindeglieder, die sich ins Reutlinger Kreiskrankenhaus in Behandlung begeben müssen, werden durch die Krankenhaus-Seelsorgerinnen und deren Team besucht, wenn dies gewünscht wird.
Auf unserem ersten Mitarbeiter-Konvent im vergangenen Monat wurde angeregt, ein Besuchsdienst-Seminar durchzuführen. Es soll vor allem denjenigen einen Einblick in diese Tätigkeit geben, die hier neu mitarbeiten möchten (September/Oktober). Besuche im Auftrag und im Namen der Kirchengemeinde können dazu beitragen, das Beziehungsnetz untereinander zu stärken. Das prägt die Atmosphäre an einem Ort!
Ein weiteres Ziel, das gesteckt wurde, ist die Einrichtung eines Besuchsdienstes für neu zugezogene Gemeindeglieder. In einer Zeit, in der von vielen ein hohes Maß an "Mobilität" gefordert wird, kann die Begrüßung von Neuzugezogenen eine Hilfe sein, sich etwas schneller an einem Ort und in einer Kirchengemeinde heimisch zu fühlen.
Bitte überlegen Sie sich, ob Sie an dieser Aufgabe mitwirken können!
Nähere Informationen erhalten Sie durch Pfr. Alexander Behrend, Tel. 2365.

Über den Kirchturm hinaus

Weltmissionsprojekt / 27. Evangelischer Kirchentag


"Mobile Klinik" unter neuem Namen


Aus der "Klinik auf Rädern" im ghanaischen Bolgatanga wurde der "Dorfgesundheitsdienst". Damit möchte die Presbyterianischen Kirche in diesem westafrikanischen Land deutlich machen: Das Wichtigste sind nicht die Autos, die jeden Tag in die Dörfer hinausfahren; entscheidend sind die Menschen, die sich in einer Dorfgemeinschaft beistehen. Sie bauen zur Zeit eine Klinik aus Lehmziegeln. Dort werden dann unter anderem Kinder durch Gesundheitshelferinnen betreut werden, die bei den Schwestern des Gesundheitsdienstes eine Grundausbildung bekommen haben. Neben der medizinischen Versorgung werden Gesundheits-Kurse für Väter und Mütter angeboten. Bitte unterstützen Sie mit Ihrem Opfer an den entsprechenden Sonntagen diese Arbeit!

Kirchentag in Leipzig - 18.-22. Juni 1997


Wenn Sie nicht selbst daran teilnehmen, werden Sie wie immer die Medien in breiter Form über dieses kirchliche Großereignis informieren. "Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben" ist das Motto des 27. Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) in Leipzig, der erstmals in einem "neuen" Bundesland stattfindet.

Impressum


Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Gönningen; Erscheinungsweise vierteljährlich; hg. Ev. Kirchengemeinde Gönningen, verantw. Pfarrer Alexander Behrend, Torstr. 20, 72770 Reutlingen, Tel. (07072) 2365, Fax (07072) 60877, E-Mail 101527.3143@compuserve.com, Homepage http://ourworld.compuserve.com/homepages/Alexander_Behrend; Redaktion: Dietrich Birkenhofer, Sabine Blank, Sigrid Meiers; im Eigendruck.

Philipp Melanchthon - 1497 - 1560

zum 500. Geburtstag des Reformators und Weggefährten Luthers


1497 Am 16. Februar wird Philipp Melanchthon im badischen Bretten geboren.
1508 Der Vater stirbt, als Philipp elf Jahre alt ist. Der Junge besucht für ein Jahr die Lateinschule in Pforzheim. Danach studiert und lehrt er in Heidelberg und Tübingen mehrere Sprachen, Rhetorik und Naturwissenschaften.
1518 Mit erst 21 Jahren wird Melanchthon als Professor für Griechisch nach Wittenberg berufen und wird dort engster Mitarbeiter Martin Luthers bei der Gestaltung und Durchsetzung der Reformation.
1520 Melanchthon heiratet die gleichaltrige Katharina Krapp. Sie haben vier Kinder.
1521 Luther fällt in die Reichsacht und muß sich auf der Wartburg unter dem Namen "Junker Jörg" verbergen. Melanchthon motiviert ihn dazu, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen. Über viele Jahre arbeiten sie gemeinsam an diesem Vorhaben.
1530 Auf dem Reichstag in Augsburg wird der Streit um das Anliegen der Reformation dem Kaiser vorgetragen. Melanchthon verfaßt dafür das Augsburger Bekenntnis. In dieser Schrift unterstreicht er die Übereinstimmungen mit der bisherigen Kirche, macht aber auch die Unterschiede deutlich. Trennend sind etwa die verschiedenen Auffassungen über die Priesterehe, das Klostergelübde und über das Abendmahl. Die evangelische Kirche verpflichtet bis heute die Pfarrer bei ihrer Ordination auf dieses Bekenntnis. Obwohl sich Melanchthon mit all seiner Kraft für eine Erhaltung der Einheit einsetzt und immer wieder den Dialog sucht, werden die Verhandlungen abgebrochen. Der Mißerfolg beschleunigt die Spaltung der Kirche in das katholische und das evangelische Bekenntnis (Konfession).
1546 Nach Luthers Tod wird Melanchthon zur führenden Persönlichkeit der Wittenberger Reformation. Die Streitigkeiten führen zum ersten konfessionellen Bürgerkrieg, dem Schmalkaldischen Krieg.
1560 Melanchthon stirbt im Alter von 63 Jahren und wird neben Luther in der Schloßkirche zu Wittenberg beigesetzt.

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt.
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn.
Hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

aus dem "neuen" Evangelischen Gesangbuch, Nr. 98; Text: Jürgen Henkys (1976) 1978 nach dem englischen "Now the green blade rises" von John Macleod Campbell Crum 1928; Musik: "Noël nouvelet" Frankreich 15. Jh.