Gemeindebrief 3/1996 (Herbst)

Erntedank


Symbol: Gönninger Kirche



In dieser Ausgabe:

Ein Wort zu Beginn ...
Impressum ...
Erntedank - Anichten ...
Einblick - unser Posaunenchor ...
Rückblick - Pfarrer i. R. Ulrich Schüle ...
Lust auf Glauben - Glaubenserneuerung praktisch erlebt ...
Das neue Evangelische Gesangbuch kurz vor der Auslieferung ...
11. November ist Matinstag ...
Auf Luthers Spuren - Erneuerung der Kirche ...
Ein musikalischer Herbst ...
DAS Wochenende - Bazar, Gesangbuch, Seniorennachmittag ...
Termine - Treffs - Kontakte ...
Stichwort Ewigkeitssonntag ...




Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wir freuen uns, daß Sie wieder einen Blick in unseren aktuellen Gemeindebrief werfen!

Unter den Stichworten "Einblick" und "Rückblick" finden Sie ab dieser Ausgabe zwei neue Serien. Die eine möchte Ihnen Einblicke in bestehende Gruppen und Aktivitäten Ihrer Kirchengemeinde bieten - diesmal stellt Chorleiter Walter Schneider "seinen" Posaunenchor vor, der auf eine über 70jährige Vergangenheit stolz sein kann.

Im Rückblick erfahren Sie, wie es Ihrem früheren Pfarrer Ulrich Schüle und seiner Frau geht.

Außerdem gibt es nochmals einen Beitrag zum Lutherjahr und natürlich viele interessante Veranstaltungshinweise für die nächsten Wochen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Pfr. Alexander Behrend

Impressum

Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Gönningen; Erscheinungsweise vierteljährlich; hg. Ev. Kirchengemeinde Gönningen, verantw. Pfarrer Alexander Behrend, Torstr. 20, 72770 Reutlingen, Tel. (07072) 2365, Fax (07072) 60877, E-Mail 101527.3143@compuserve.com, Homepage: http://ourworld.compuserve.com/homepages/Alexander_Behrend/kircheng.htm; Redaktion: Dietrich Birkenhofer, Sabine Blank, Sigrid Meiers.

Die Blickrichtung entscheidet

"Ansichten" zum Erntedank-Fest

Liebe Leserin, lieber Leser!

Geht es Ihnen auch abundzu so, daß man nur noch alles grau in grau sieht oder gar schwarz. Der Blick wendet sich in eine bestimmte Richtung und man wendet sich vom Licht ab - und sieht nur noch dunkle Schatten?

Die Blickrichtung ist entscheidend - für unser Leben, aber auch ganz schlicht für unser Wohlbehagen, dafür, ob es uns gut geht.

Nun hat das freilich auch seine Schattenseiten: denn die Augen vor allem zu verschließen, sich abzuwenden von dem, was anderen zustößt, was mir widerfährt, was nicht auf dem Wunschzettel stand und mich belastet, das geht nun so einfach auch nicht. Und letztlich wäre auch das schädlich für unser Leben - und wohl auch für unser Wohlbehagen.

Vielleicht kommt es denn aber doch auf die Grundeinstellung an: Kann ich mich dem Leid und dem Schweren stellen, ohne aus den Augen zu verlieren, daß über meinem Leben ein letztes Wort steht, das es gut mit mir meint; daß Gott selbst sich mir - damals bei meiner Taufe - zugewandt und zugesagt hat?

"Aller Augen warten auf Dich, Herr, und Du gibst ihnen ihre Speise zu rechten Zeit" - so lautet der Leitspruch auf das Erntedankfest (aus Psalm 145). Wem fielen da nicht die vielen hungrigen Augen ein, die niemals einen gedeckten Tisch sehen! Nur, können wir uns dem wirklich stellen, aktiv stellen, wenn wir nicht zuerst das ganz in uns aufnehmen, was zumindest wohl für uns alle gilt, liebe Leserin, lieber Leser, daß wir zuerst einmal beschenkt sind mit gedeckten Tischen, erfüllten Träumen und gelungenen Lebensabschnitten. Nur wenn wir das dankbar wahrnehmen und diesen Dank gegenüber Menschen und gegenüber Gott aussprechen, werden wir uns auch den Fragen stellen können, die uns die Nachrichten und die Blicke in leere Augen aufdrängen.

Die Welt ist nicht grau in grau - wir kennen die hellen Stunden und dürfen dankbar dafür sein; damit wir uns in den dunklen gehalten wissen und anderen in ihren schwarzen Tagen beistehen können.

Mit herzlichen "Erntedank-Grüßen", Ihr

Pfr. Alexander Behrend,

"Einblick" - Unser Posaunenchor

vorgestellt von Chorleiter Walter Schneider

Der Posaunenchor unserer Kirchengemeinde wurde 1925 vom Vorsitzenden des "Jünglingsvereins", Christian Henes, gegründet. Durch die Geldknappheit in jener Zeit wurden die ersten Instrumente durch Sammeln von Altpapier und Alteisen sowie durch Spenden aus der Bevölkerung, finanziert. Mit jedem Bläser wurde ein Vertrag abgeschlossen, der das Üben, das Musizieren und das Zusammensein regelte. (Ganz so streng geht es heute übrigens nicht mehr zu!) Außerdem wurde von jedem Bläser ein Eintrittsgeld von 10 Mark erhoben. (Auch dies entfällt heute.)

Unsere Aufgaben sind seit 70 Jahren unverändert die gleichen: Wir spielen zum Lobe Gottes und zur Freude der Menschen. So gestalten wir Gottesdienste mit und spielen bei anderen Veranstaltungen unserer Gemeinde. Zum 80. oder 90. Geburtstag unserer Altersjubilare spielen wir ebenfalls. Im Kirchenbezirk nehmen wir am Bezirksposaunentag teil und sind im Krankenhaus, in Altersheimen und beim Weihnachtsblasen in Reutlingen zu hören. Ein Erlebnis besonderer Art ist jedoch für jeden Bläser, der alle zwei Jahre stattfindende Landesposaunentag in Ulm. Dort musizieren etwa 8000 (!) Bläserinnen und Bläser gemeinsam!

Unsere Musikliteratur umfaßt alte und neue geistliche Musik und Lieder, aber auch volkstümliche Weisen gehören zu unserem Repertoire. Zur Zeit besteht unser Posaunenchor aus zwölf Bläsern und einer Bläserin. Ein Chor lebt vom Geben und Nehmen, von der Erfahrung der Älteren und dem Tatendrang der Jugend. Wir schreiben aber auch das gesellige Zusammensein groß. So beziehen wir den Familien- und Freundeskreis mit ein, bei Grillfesten, Wanderungen und Ausflügen.

Interessierte Jungen und Mädchen (ab dem 8. Lebensjahr) können bei uns das Spielen eines Blechblasinstrumentes erlernen. Wir laden herzlich zu einer Chorprobe ein. Ansprechpartner sind alle Posaunenchormitglieder, insbesondere Walter Schneider (Seitenstraße 22, Telefon 5209).

Übrigens: Montags, 20 Uhr ist im evangelischen Gemeindehaus unser Übungsabend.

"Rückblick" - Was macht eigentlich Pfarrer Ulrich Schüle?

Dietrich Birkenhofer fragt nach.

Herr Schüle, Sie waren 1967 bis 1977 Pfarrer in Gönningen. Wie ging es weiter?

Ich wurde, um einem Dekanat zu entgehen, geschäftsführender Pfarrer der Kreuzkirche in Reutlingen, die damals noch mit dem Hohbuch 12.000 Gemeindeglieder und drei Pfarrstellen umfaßte. Entsprechend groß und vielgestaltig waren die Aufgaben: Vor allem ging es darum, gemeinsam mit meinen beiden Kollegen und dem Kirchengemeinderat, der Unüberschaubarkeit gezielt zu begegnen, eine klare Mitte zu setzen, das Auseinanderstrebende zusammenzuführen. Es war eine sehr schöne und lohnende Arbeit. Aber wäre es damals nach uns gegangen, wir wären in Gönningen geblieben.

Sie sind nun Pfarrer im Ruhestand. Womit beschäftigen Sie sich zur Zeit?

Nach 18 Jahren fast ohne Pause und ohne eigene Zeit ist es unglaublich schön, zunächst einfach einmal in sabbatlicher Ruhe und Freiheit zu schwimmen und offen zu sein für die Angebote und Gaben einer jeden Stunde.

Gab es Anlässe, die Sie wieder nach Gönningen führten?

Aber sicher! Und nicht nur zur 900-Jahrfeier oder auf den Friedhof mit den vielen vertrauten Namen, auf dem ja auch meine Eltern liegen. Ich bin doch ein Gönninger und bin es geblieben.

Woran erinnern Sie sich gern, wenn Sie an Gönningen zurückdenken?

Vor allem an die gut besuchten Gottesdienste mit all den Menschen, denen wir uns zugehörig wußten und die mir ja meist von Kindheit auf vertraut waren. Auch an die gute Gemeinschaft im Kirchengemeinderat, in den verschiedenen Kreisen, aber auch mit den örtlichen Vereinen und Bürgermeister Digel. Überhaupt das Zusammengehörigkeitsgefühl "meiner Gönninger", wenn es darauf ankam: etwa als in der orgellosen Zeit alle dafür in Frage kommenden Vereine die Gottesdienste mitgestalteten, oder bei den "Baustein-Festen" für das Gemeindehaus, bei denen der ganze Flecken mithalf. Und nicht zuletzt an unseren Hochzeitsgottesdienst, heute, am 11. September, vor genau 25 Jahren.

Letzte Frage, wie geht es Ihrer Frau, Herr Schüle?

Sie behauptet rundweg: gut. Und sie genieße es, mich nach 25 Ehejahren nun endlich auch für sich zu haben - bisweilen sogar in der Küche.

Lust auf Glauben - Glaubenserneuerung praktisch erlebt

Werner Habisreitinger berichtet

Zwischen April und Juni trafen sich 26 Frauen und Männer aus unserer Gemeinde an sieben Abenden im Gemeindehaus, um miteinander neue Erfahrungen im Glauben zu machen. Pfarrer Siegfried Schanz, Wannweil, führte uns engagiert in das Thema "Christ werden, Christ bleiben" ein und ermutigte uns zu offenen Gesprächen in kleinen Gruppen. Fragen, Zweifel, Ängste, Mißtrauen dem Glauben und Gott gegenüber wurden bedacht und Hilfen zur Veränderung angeboten. Und auch die praktische Seite kam nicht zu kurz: Der selbst verfaßte Brief an Gott, ein Segenswort zugesprochen zu bekommen - das waren Schritte, das Gehörte nachzuvollziehen. Mit einem bunten Gottesdienst und einem liebevoll vorbereiteten Buffet starteten wir in den Glaubens-Alltag.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren überrascht, wie einfach Glaube sein kann und wie praktisch er im Leben werden kann. Zwei Teilnehmerinnen des Seminars berichten von ihren Eindrücken.

Cornelia Zeul:

"Es ist mir ein Gefühl bewußt geworden: ich fühle mich frei, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die neben ihrer persönlichen Meinung um weitere Horizonte wissen und die zu ihrer Widersprüchlichkeit stehen und sich daher nicht von einer plausiblen Vernünftigkeit einkasteln lassen; die sozusagen verrückt genug sind, auf etwas Unvernünftiges zu vertrauen. Es war eine Wohltat, mit fremden Leuten den Kern des Lebens zu bereden, sich auszulassen über den Grund, im Wissen, daß wir auf dasselbe vertrauen, dasselbe meinen, dasselbe glauben.

Es bestätigte sich meine Ahnung, daß ich überall zu Hause bin. Aber besonders dort, wo der weitere Horizont, das gemeinsam Gemeinte nicht als »Gott« ausgesprochen wird, doch mit viel Mühe und Liebe umschrieben und daher oft unbewußt oder heimlich wie ein Augenzwinkern »bekannt« wird.

Leider verheddert man sich ja auch immer wieder, und ich habe dann oft nicht genug Distanz, um mich zu spüren und um klären zu können, wie ich nun wirklich zu den anderen stehe und sie zu mir. Sachlich bleiben, aufkommenden Ärger sofort unterdrücken, sich kooperativ zeigen, so geht man mit überspannten Situationen um, aber es genügt nicht, um wieder frei zu werden vom unvermeidlichen Druck der Meinungsverschiedenheiten mit ihren »Falschs und Richtigs«. Es braucht ein gemeinsames unerforschliches Meinen, Wahrheit, die keiner pachten kann, die gleiche Sehnsucht, die sich irgendwie mitteilen muß, sonst macht es keinen Spaß.

Die mit Bibelworten bekennenden Christen haben da mehr System. Und kommen sie beim Reden nicht klar: Sie haben noch das gemeinsame Beten."

Elke Grimm:

"In der Karwoche besuchte ich die morgendliche Andacht, die von der evangelischen Kirchengemeinde angeboten wurde. Dort waren Prospekte eines Glaubenskurses ausgelegt, der an mehreren Abenden hier in Gönningen stattfinden sollte. Ich nahm einen davon mit und las ihn zu Hause durch. »Der Sinn des Lebens« - diese Frage brachte mich dazu, mich anzumelden. Ich habe jeden Abend, an dem ich am Glaubenskurs teilnahm, genossen und habe mich in der Gemeinschaft sehr wohl gefühlt. Mir wurde an einem der Abende klar, daß man zwar überall an Gott glauben kann, aber daß es in einer Gemeinschaft einfach besser geht. Wir hatten an diesem Abend das Beispiel von einem Fisch gehört, der mit vielen anderen Fischen zusammen das Schwimmen gelernt hat. Nach dem Schwimmkurs trennten sie sich. Ein Teil der Fische wurde nacheinander von einem größeren Fisch aufgefressen. Die anderen stellten fest: Wenn sie sich zu einem großen Schwarm zusammenschließen, kann ihnen der große Fisch nichts mehr tun.

Dadurch wurde mir klar, daß es sich mit dem Glauben ähnlich verhält. Nur in der Gemeinschaft kann der Glaube an Gott gestärkt und immer wieder neu entdeckt werden.

Ich habe mich nach dem Glaubensseminar zu dem neu entstandenen Hauskreis angemeldet; ich möchte dabeibleiben!"

Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer möchten gern an diesen Fragen weiterdenken. Sie treffen sich als weiterer Hauskreis der Gemeinde. Nähere Informationen erhalten Sie bei Sigrid Meiers, Tel. 7861.

"Nimm zwei, behalte eins!" - Das neue Evangelische Gesangbuch

Auslieferung steht kurz bevor

Wir freuen uns! Einige Gemeindeglieder haben sich schon an unserer Aktion "Nimm zwei - behalte eins" beteiligt: Sie bestellen beim Pfarramt (Tel. 2365) Ihr neues Evangelisches Gesangbuch und spenden dafür eines für die Kirche. Zum Preis von DM 58.- erhalten Sie Ihr "neues" (Standard, Normalausgabe) frei Haus geliefert - sofort nach Erscheinen! Sie erhalten das Gesangbuch natürlich auch im Schreibwarengeschäft Preisendanz und in allen Buchhandlungen. Folgende Ausgaben werden lieferbar sein:

Normale Ausgabe

Standard (Bestellnummer 3-9318895-04-1) DM 29.-

Lederfaser (Bestellnummer 3-9318895-03-3) DM 59.-

Leder (Bestellnummer 3-9318895-02-5) DM 83.-

Taschenausgabe

Lederfaser (Bestellnummer 3-9318895-01-7) DM 59.-

Leder (Bestellnummer 3-9318895-00-9) DM 83.-

Großdruckausgabe

Standard (Bestellnummer 3-9318895-06-8) DM 43.-

Da wir auch als Kirchengemeinde keine Preisermäßigung erhalten, kann Ihnen der Gesangbuch-Verlag das reich ausgestattete neue Gesangbuch bereits für den Preis ab DM 29.- anbieten.

Am Dienstag, 22. Oktober, und Dienstag, 12. November, sind Sie um 20 Uhr herzlich in die Ev. Kirche zu Singabenden eingeladen; am 1. Advent (1. Dezember) wird das "EG" dann auch bei uns in einem musikalischen Gottesdienst (9.30 Uhr in der Ev. Kirche) offiziell eingeführt.

Vom Soldaten zum Mönch - 11. November ist Martinstag

Von Martinsgänsen, Reformatoren und einem zerschnittenen Mantel

11. November: Martinstag

Am 11. November wird der Tag des Heiligen Martin gefeiert. In früheren Zeiten begann man an diesem Tag mit den Arbeiten, die im Winter zu erledigen waren.

Heute feiern vor allem die Kinder den Tag mit einem Laternenumzug zu Ehren des Heiligen Martin, singen Martinslieder und in manchen Familien kommt auch eine Martinsgans auf den Tisch.

Vielleicht kennt Ihr auch einen anderen berühmten Mann, der nach dem Heiligen Martin benannt ist? - Klar, Martin Luther, dem die evangelische Kirche ihre Entstehung verdankt. Martin Luther wurde am 10. November 1483 geboren und, wie das damals üblich war, schon einen Tag später getauft. Weil sein Tauftag der Martinstag war, gaben ihm seine Eltern den Namen Martin.

Die Legende vom Heiligen Martin

Vom Heiligen Martin wird eine Geschichte erzählt. Kennt Ihr sie?

Martin war ein reicher und frommer Mann. Eines Tages ritt er auf seinem Pferd aus. Das war an einem bitterkalten Wintertag. Als er so sein Pferd durch den Schnee stapfen ließ, sah er plötzlich am Wegesrand einen Mann sitzen - auf dem Boden, mitten im Winter. Der Mann sah sehr arm aus, er hatte nicht einmal einen Mantel, um sich vor dem Schnee und dem Wind zu schützen. "Reiter, gib mir doch eine milde Gabe!" rief er Martin zu. Und der überlegte es sich nicht lange. Er stieg vom Pferd, nahm sein Schwert und teilte seinen großen Mantel in zwei Teile. Einen davon gab er dem armen Mann am Boden. Und bevor dieser sich bei seinem Wohltäter richtig für das große, unerwartete Geschenk bedanken konnte, war Martin schon wieder auf sein Pferd gestiegen und davongeritten.

Dieses Erlebnis brachte Martin ins Grübeln. Er wollte nicht länger Soldat sein und in den Krieg ziehen. "Viel besser ist es, meine Zeit und mein Geld für andere Menschen zu nutzen!" mag er wohl gedacht haben. Martin ging ins Kloster und wurde Mönch und später Bischof einer Stadt in Frankreich. Nach seinem Tod wurde Martin heiliggesprochen; das heißt, daß wir ihn uns als Vorbild nehmen können, weil er vielen Menschen durch seine Güte half.

Auf Luthers Spuren - Erneuerung der Kirche

von Dipl. theol. Christian Utpatel, Kontaktbüro Luther-Jahr '96, Halle

Martin Luther wollte nie nicht der Gründer einer neuen Kirche sein. Nichts lag ihm ferner als das. Alles, was Luther wollte, war, die eine Kirche von Jesus Christus zu erneuern.

Der Traum seines Leben, die eine Kirche zurückzuführen zu ihrer Basis, hatte sich nicht erfüllt. Zu stark waren die Widerstände. Erst 1542 tat Luther dann etwas, was er lange vermieden hatte. Nach einigen Auseinandersetzungen mit Stadt und Kirche führte Luther seinen Freund Nikolaus von Amsdorf im Naumburger Dom zum Bischof ein. Schon zuvor waren Pastoren ordiniert und neue Kirchengebäude nach den Vorstellungen der Reformation gebaut worden. Jetzt gab es auch einen lutherischen Bischof. Eine neue kirchliche Struktur war entstanden.

Als Amsdorf Bischof wurde, war die Reformation schon vom Baltikum bis nach Württemberg in zahlreichen Ländern und Städten eingeführt worden. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen der protestantischen Fürsten mit dem Kaiser. 1547, ein Jahr nach Luthers Tod, zog der Kaiser auch in Naumburg ein und setzte Amsdorf wieder ab.

Erst im Augsburger Religionsfrieden wurde 1555 besiegelt und anerkannt, daß es neben der alten "katholischen" nun auch eine "lutherische" Kirche in Deutschland gab.

Was Luther als Notlösung gedacht hatte, wurde nun zum Dauerzustand: Die Fürsten übernahmen die geistliche Leitung in ihren Ländern. "Landeskirchen" mit behördlichen Strukturen entstanden. Noch heute finden sich die alten Länder in den Namen der Landeskirchen.

"Wo du siehst, daß die Taufe, das Abendmahl und das Evangelium sei, da ist - ganz abgesehen vom Ort und von den Menschen - ohne Zweifel die Kirche", schrieb Martin Luther einmal. Und sagte damit, was wirklich wichtig ist an der Kirche. Nicht mehr, aber auch kein bißchen weniger.

"Herbst-Note" - Musikalische Angebote im Oktober und November in Ihrer Kirchengemeinde

Di 22. Oktober

Singabend zum neuen Evangelischen Gesangbuch

Sa 26. Oktober

Abendmusik des Gesangvereins Gönningen

Fr 1. November (Allerheiligen)

Hornkonzert der "Leipziger Lerchen"

So 10. November - 17 (!) Uhr

Konzert des Gospelchors Gönningen

Di 12. November

Singabend zum neuen Evangelischen Gesangbuch

Sa 16. November

Abendmusik des Kirchenchors Gönningen

20 Uhr

Ev. Kirche Gonningen

"Das Wochenende" - 30. November, 1. Dezember

Bazar, neues Gesangbuch, Seniorennachmittag

Volles Programm erwartet Sie am Wochenende des Ersten Advents. Am Samstag, 30. November, findet der große Weihnachtsbazar statt - wie alle zwei Jahre in unserer Gemeinde. Zwischen 14 und 17 Uhr gibt es im Gemeindehaus allerlei Nützliches und Schönes zu erstehen - für sich selbst oder als Geschenk für das bevorstehende Weihnachten. Neben den Damen der Töpferkreise haben sich verschiedene Gemeindeglieder unter der Federführung von Claudia Behrend an die Arbeit gemacht. Wer sich noch an den Vorbereitungen beteiligen möchte, erhält bei Claudia Behrend, Tel. 2365, weitere Informationen.

Am Sonntag, den 1. Dezember, wird in einem von Posaunen- und Kirchenchor mitgestalteten Gottesdienst das neue Evangelische Gesangbuch (EG) eingeführt. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr in unserer Peter-und-Paul-Kirche.

Und am Nachmittag, um 14 Uhr, laden die evangelische und katholische Kirchengemeinde zusammen mit der Bezirksgemeinde Gönningen zum großen Altennachmittag ein. Der durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannte Pfarrer Johannes Kuhn wird Gedanken zum Advent vortragen.

Termine

So 5. 10. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst zum Erntedankfest

Sa 12. 10. - ab 13.30 Uhr - Gemeindehaus

Second-Hand-Bazar der Miniclubs

So 13. 10. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst (19. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest) mit Taufen

Do 17. 10. - 14.30 Uhr - Gemeindehaus

Kaffeestündle mit Diavortrag

Sa 19. 10. - 13.30 Uhr - Kirche

Traugottesdienst Severine Kuhn und Michael Winter

So 20. 10. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst mit Vorstellung der neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden

Di 22. 10. - 20 Uhr - Kirche

Singabend zum neuen Evangelischen Gesangbuch

Sa 26. 10. - 20 Uhr - Kirche

Abendmusik des Gesangvereins Gönningen

So 27. 10. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst (21. SnD)

Fr 1. 11. - 20 Uhr - Kirche

Hornkonzert mit den "Leipziger Lerchen"

So 3. 11. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst zum Reformationsfest (Abendmahl, Saft, Einzelkelch)

Do 7. 11. - 14 Uhr - ab Rathaus

Ausflug der Jüngeren Senioren

So 10. 11. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst (Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr) mit Taufen

So 10. 11. - 17 Uhr - Kirche

Konzert des Gospelchores Gönningen

Di 12. 11. - 20 Uhr - Kirche

Singabend zum Ev. Gesangbuch

Sa 16. 11. - 20 Uhr - Kirche

Abendmusik des Kirchenchores

So 17. 11. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst (Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr)

Mi 20. 11. - 20 Uhr - Kirche

Gottesdienst zum Buß- und Bettag (Abendmahl, Saft, Einzelkelch)

Do 21. 11. - 14.30 Uhr - Gemeindehaus

Kaffeestündle (Ungarischer Nachmittag)

So 24. 11. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag

So 24. 11. - anschl. an den Gottesdienst - Mahnmahl im Friedhof

Volkstrauertag der Bezirksgemeinde Gönningen

Mo 25. 11. - 20 Uhr - Feuerwehrhaus

Terminkonferenz der örtlichen Vereine und Kirchen

Sa 30. 11. - ab 14 Uhr - Gemeindehaus

Gemeinde-Bazar

So 1. 12. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst am 1. Advent mit Einführung des neuen Evangelischen Gesangbuches

So 1. 12. - 14 Uhr - Gemeindehaus

Großer Altennachmittag mit Pfr. Johannes Kuhn

Do 5. 12. - 14 Uhr - Treffpunkt Rathaus

Adventsnachmittag der Jüngeren Senioren

Sa 7. 12. - 14 Uhr - Treffpunkt Gemeindehaus

Adventssingen der Konfirmandinnen und Konfirmanden

So 8.12. - 9.30 Uhr - Kirche

Gottesdienst zum 2. Advent (Taufen)

Stichwort Ewigkeitssonntag

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres wird in den Gemeinden der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht. Dazu werden ihre Namen verlesen. Wer einen nahen Menschen verloren hat, kann sich in der Gemeinschaft der Gemeinde daran erinnern und trauern. Der Sonntag hat von diesem Gedenken her auch den Namen Totensonntag.

Als Totensonntag wurde er 1816 von Friedrich Wilhelm III. in Preußen eingeführt. Die Begegnung mit dem Tod fordert dazu heraus, über ihn hinaus weiterzudenken. Daher stammt der Name Ewigkeitssonntag. Das Vertrauen auf eine Zukunft der Verstorbenen bei Gott kann ermutigen und trösten.

Auf die Verheißungen des Neuen Testamentes gründet sich die christliche Hoffnung: auf den Anbruch des Reiches Gottes und die Erneuerung von Himmel und Erde.