Gemeindebrief 2/1996 (Sommer)


Symbol: Gönninger Kirche



In dieser Ausgabe:

Große Pause – ein Wort zu Beginn,
Ein Wort in eigner Sache
Neues Gesangbuch: Alle 40 Jahre wieder ...
Neue Medien … (und das unentbehrliche Imprressum)
Aus unserem Kindergarten Rosmarinstraße: Von Garten- und anderer Arbeit ...
Frisch eingetroffen – die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden
Es geht ein KGR auf Reisen ...
Mehr als Kaffee und Kuchen ...
Tansania und unser Gemeindefest
Der katholische Luther
Termine - Treffs - Kontakte




Große Pause

Liebe Leserin, lieber Leser,
so stellt man sich das vor: Im Sommer endlich mal wieder Tapetenwechsel, etwas anderes sehen und erleben. Ein Urlaub an der Nordsee oder noch weiter nördlich, der Ferientrip nach Mallorca oder sonstwohin in den Süden.
Die vor uns liegenden Sommerwochen haben für viele von uns etwas von einer "Großen Pause" an sich. Sie kennen das noch aus den eigenen Jugendtagen: endlich Schluß der Unterrichtsstunde, endlich raus auf den Hof, die Butterbrezel oder die heimliche (weil verbotene) Zigarette.
"Große Pausen" erfüllen einen mehrfachen Zweck. Einmal werden Sie dazu genutzt, auszuspannen, abzuschalten. Sie sind aber auch dazu nütze, endlich ohne die lästigen Unterbrechungen durch die Lehrkraft mit der Freundin zu schwätzen. Und bei besonders gewissenhaften Zeitgenossen dienen sie gar dazu, sich auf die nächste Stunde vorzubereiten, beispielsweise durch die Übertragung der Hausaufgaben des Freundes oder der Freundin ins eigene Heft …
Ich wünsche Ihnen, daß Ihre "Große Pause" in den nächsten Wochen, wo es – trotz olympischen Herausforderungen – etwas ruhiger zugeht als sonst im Jahr, daß Ihre "Große Pause" Ihnen Ähnliches bietet: Eine Zeit zum Aufatmen, zum Abschalten; eine Zeit, sich den Menschen neben Ihnen zu widmen; eine Zeit, neue Orientierung zu finden. Solche "Großen Pausen" haben etwas von Sabbat, von Sonntag an sich: von jenem "Tag des Herrn", der uns gerade das bietet: Zeit sich auf Gott und damit auf uns selbst und unseren Weg zu besinnen.
Mit besten Wünschen für Ihre "Große Pause"
Ihr
Alexander Behrend, Pfarrer


In eigner Sache

Liebe Gemeindeglieder!
Im letzten Gemeindebrief waren an dieser Stelle herzliche Genesungswünsche der Konfirmandinnen und Konfirmanden an mich abgedruckt. Neben diesen "öffentlichen" Grüßen haben mich unzählige Karten, Grüße und Telefonate erreicht.
Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich dafür bedanken! Sie können sich vostellen, daß es keine angemehme Situation ist, sich nach erst einem guten halben Jahr in einer Gemeinde auf einmal auf der Intensivstation wiederzufinden und somit erst einmal "außer Kraft" gesetzt zu sein.
Besonders auf diesem Hintergrund waren mir alle Zeichen der Anteilnahme und der Loyalität sehr wichtig, um mich wirklich um die Genesung von meiner Krebsoperation kümmern zu können.
Deshalb an dieser Stelle mein Dank für all diese freundlichen Zeichen – und ebenso für die Unter-stützung in Wort und Tat, die Sie meiner Familie in diesen Tagen zukommen ließen! Durch die Unterstützung durch Pfarrvikarin Ulrike Sanke und Pfarrer i. R. Herrmann konnte meine "Auszeit" gut überbrückt werden – auch wenn vor allem unsere Pfarramtssekretärin Margarete Bader und der KGR-Laienvorsitzende Rüdiger Mauser natürlich vieles an Mehrarbeit aufbringen mußten.
Wenn ich auf meinem Schreibtisch den Stapel mit Ihren Gruß-karten aus dieser Zeit sehe, erinnert mich das an die Erfahrung, wie wenig wir unser eigenes Leben letztlich selbst in der Hand haben – und wie wichtig es ist, beieinander stehen zu bleiben, wenn es schwierig ist und füreinander zu beten.
Herzlichst
Ihr
Alexander Behrend

Neues Gesangbuch: Alle 40 Jahre wieder …

… gibt es bei uns in Deutschland ein neues Kirchengesangbuch. Und weil die Kirchen sparen müssen, wurde für das neue kurzerhand der mittlere Buchstabe rausgeworfen. Unser Gesangbuch heißt in Zukunft einfach "Evangelisches Gesangbuch" (EG) statt wie bisher Evangelisches Kirchengesangbuch (EKG). Doch dieser Name ist Programm: Denn das neue will stärker noch als bisher zu einem evangelischen Hausbuch werden, das nicht nur Lieder, sondern für die verschiedensten Ereignisse im Leben Gebete, Texte, Zitate, ja sogar Bilder, enthält!
In langjähriger Arbeit wurde durch eine Komission eine Zusammenstellung der Lieder erarbeitet, die viel Neues bietet: Lieder aus den letzten Jahrzehnten; Lieder, die neuerlich vertreten sind: ältere Gemeindeglieder werden Lieder aus ihrem "1912er Gesangbuch" wiederentdecken!
Sie alle dürfen gespannt sein auf dieses zwar recht umfängliche, aber eben auch inhaltsreiche Buch, dessen Verkaufszahl sich mittlerweile in den anderen Landeskirchen der Dreimillionen-Grenze nähert. Zum Ersten Advent wird es nun auch bei uns eingeführt! Ab DM 29.- erhalten Sie es ab Oktober in allen Buchhandlungen – oder noch besser: Sie bestellen es bei Ihrem Pfarramt, bekommen es zugestellt und stiften zugleich eines für den Gebrauch in unsrer Kirche! Für einen Preis, für den Sie nicht einmal Ihren Autotank voll bekommen (DM 58.-), tun Sie damit gleich noch etwas Gutes. "Nimm zwei" – und behalt nur eins … Telefonische "Doppelbestellungen" unter Telefon 2365 (Pfarramt)! Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
AB

Neue Medien …

Seit einiger Zeit ist unsere Kirchengemeinde im Internet vertreten. Unter der Adresse http://ourworld.compuserve.com/homepages/Alexander_Behrend/kircheng.htm finden Sie aktuelle Infos und Ansprechpartner der Kirchengemeinde, den neusten Gemeindebrief und sogar die Sonntagspredigt … (Ein Deutsch-Lehrer aus Michigan, USA, sitzt auf diesem Weg zur Zeit "virtuell" in unserem Gottesdienst.)
Die Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer unter Ihnen haben es bereits erfreut zur Kenntnis genommen: Die neue Lautsprecheranlage in unserer Kirche vermittelt ein ganz neues "Klangerlebnis" – und neuerdings versteht man den Pfarer sogar (zumindest akustisch …).
Falls Ihnen unser Gemeindebrief eine interessante Lektüre und wichtige Informationsquelle bedeutet, möchten Sie sich vielleicht einmal an der Finanzierung dieses Gemeindebriefes beteiligen. Zweckgebundene Spenden überweisen Sie bitte mit dem Hinweis "Gemeindebrief" auf das Konto Ihrer Kirchengemeinde: Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00, Konto-Nr. 91569 – außerdem steht Ihnen natürlich auch Frau Bader im Pfarramt zur Verfügung (Dienstag, Mittwoch, Freitag 8.30 -12.30 Uhr). Herzlichen Dank!
Impressum
Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Gönningen; Erscheinungsweise vierteljährlich; hg. Ev. Kirchengemeinde Gönningen, verantw. Pfarrer Alexander Behrend (AB), Torstr. 20, 72770 Reutlingen, Tel. (07072) 2365, Fax (07072) 60877, E-Mail 101527.3143@compuserve.com, Homepage: http://ourworld.compuserve.com/homepages/Alexander_Behrend/kircheng.htm; im Eigendruck. Redaktion: Dietrich Birkenhofer (DB), Sigrid Meiers (SM), Sabine Blank.

Aus unserem Kindergarten Rosmarinstraße: Von Garten- und anderer Arbeit

Mit den nahenden Sommerferien geht auch unser Kindergartenjahr zu Ende. Wir sehen zurück auf ein Jahr, in dem sich viel in und um den Kindergarten getan hat: Eine umfassende Konzeptionsschrift unserer päd. Arbeit wurde entworfen. Eine neue Gartenplanung wurde erstellt, um neue, dringend erforderliche Spielmöglichkeiten zu schaffen. Ein starkes Arbeitsteam aus der Elternschhaft hat davon schon einiges in die Tat umgesetzt und durch handfeste Arbeit viel für die Gartengestaltung getan.
Jüngster Höhepunkt ist unser Sommerfest, das zwar bei unbeständigem Wetter, aber ungetrübter Stimmung auf dem Gelände der Roßbergschule stattfand.
Auch personell gab und gibt es einige Änderungen: Im Juni ging unsere Kinderpflegerin, Sabine Hirning, in den Mutterschutz, und Corinna Stippekohl wird zum Sommer ihre Ausbildung bei uns beendet haben und eine neue Stelle antreten. Ebenso gilt es, von manchen "Schmetterlingskindern" Abschied zu nehmen, die uns bald in die Schule "davonflattern" werden. Ihnen zu Ehren feiern wir Ende des Monats noch ein kleines Abschiedsfest im Wintergarten.
Und dann gibt es nach den Ferien wieder viele neue Gesichter kennenzulernen, sowohl bei den Kindern als auch bei den Kolleginnen: Ab September werden bei uns Franziska Fäustle aus Reutlingen als Vorpraktikantin, Marion Dieter aus Gomaringen als Anerkennungspraktikantin und Elfi Rill aus Ohmenhausen als Mutterschaftsvertretung mitarbeiten.
Eine schöne, erlebnisreiche Ferien- und Sommerzeit wünscht Ihnen das Kindergarten-Team Rosmarinstraße!
Renate Klein

Frisch eingetroffen – die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden

Im vergangenen Monat traf sich erstmals die neue Konfirmandengruppe. Wir beginnen jeweils miteinander in der Kirche, wo eine kurze Andacht angesagt ist: ein Moment der Ruhe im manchmal ganz schön hektischen Jugend- und Pfarreralltag. Bis zur Konfirmation am 27. April 97 und dem Konfirmanden-Abendmahl eine Woche später wollen wir auf Entdeckungsreise gehen: was ist Kirchengemeinde, was Abendmahl und Taufe – was heißt das alles mit Glaube und so für mich … Ich selbst bin gespannt auf die Beiträge und Beobachtungen der 9 Jungen und 12 Mädchen:
Alexander Barth
Daniel Steffen Beck
Tobias Bräuning
Marco Deh
Annika Dieter
Eva Grauer
Kathrin Habisreitinger
Dirk Häußler
Bettina Kleinmann
Joachim Kunath
Tanja Lieder
Finja Nübel
Nadine Ostermaier
Ramona Reiber
Ina Schwabauer
Stefanie Thielsch
Renι Vetter
Sonia Wagner
Frieder Weiblen
Lisa Winter
Dirk Ziegler
AB

Es geht ein KGR auf Reisen …

Der neugewählte Kirchengemeinderat verbrachte im Juni ein Wochenende in Herrenberg. Unter Leitung von Pfarrer Alexander Behrend und Pfarrer Dietrich Stumpp (vom Evangelischen Gemeindedienst, Stuttgart) machten wir uns Gedanken über Wege und Ziele unserer Kirchengemeinde. So wurde zunächst von jedem dargestellt, wie die Gemeinde ganz subjektiv gesehen wird.
Später wurde von uns eine Bestandsaufnahme unserer Kirchengemeinde erstellt und kirchliche Handlungsfelder angesprochen wie z.B.der Gottesdienst, die Kirchenmusik, Unterricht und Erziehung, Gruppen, Bibelwoche und Seelsorge, ökumenische Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und der Gemeindebrief sowie Fragen der Organisation und der Verwaltung.
Noch wichtiger war uns aber in einer weiteren Gesprächsrunde die Frage, wo wollen und werden wir in Zukunft Schwerpunkte setzen.
Wir sind uns einig, daß Gemeindearbeit ein Prozeß ist. Wir wissen, daß wir uns in ein anspruchvolles Amt wählen ließen und sind bereit, uns nach unseren unterschiedlichen Gaben und Begabungen für die Gemeinde einzusetzen. Wir wollen, daß sich in unserer Gemeinde, in unserer Kirche, im Gottesdienst alle treffen: jung und alt, Alleinstehende oder Familien, Frauen und Männer. Wir wollen miteinander reden und zuhören, wir wollen Probleme ansprechen und Freuden weitergeben. Wir wollen aufeinander zugehen.
Wir möchten über Veränderungen nachdenken, zum Beispiel im Gottesdienst, in der Aufnahme Neuzugezogener in der Gemeinde, in der Jugendarbeit. Wir sind offen für alle Vorschläge aus der Gemeinde!
Ein Ergbenis unserer Tagung war, daß wir Ansprechpartner für die verschiedenen Handlungsfelder bestimmten:
Baufragen: Hr. Bauer/Hr. Haussecker
Feste und Bazare: Frau Meiers
Glaubensfragen: Herr Haussecker
Gottesdienst: Herr Birkenhofer
Jugendarbeit: Frau Schwenk
Kindergarten: Pfr. Behrend/Frau Nübel
Konziliarer Prozeß: Frau Nübel
Öffentlichkeitsarbeit: Pfr. Behrend
Ökumene: Frau Dr. Pfeil
Seniorenabeit: Frau Meiers
Vereine und Kommune: Herr Mauser und Herr Haid
Wenn Sie Anregungen oder Fragen haben, sprechen Sie die jeweilige Person doch einmal an!
DB

Mehr als Kaffee und Kuchen ...

Was andernorts als "Senioren-" oder "Altennachmittag" angeboten wird, heißt in unserer Gemeinde liebevoll und anheimelnd Kaffeestündle. Eine Bezeichnung allerdings, die schon manchen älteren Herrn von einem Besuch abgehalten hat, weil es da ja wohl nur um einen Kaffeeklatsch für Frauen geht! Dem ist aber keineswegs so.
Vor mehr als 20 Jahren wurde das Kaffeestündle von Frau Dr. Gertrud Schüle, der Frau des damaligen hiesigen Pfarrers ins Leben gerufen und ist seitdem eine feste Institution, die von vielen unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger beider Konfessionen dankbar angenommen wird. Ist der dritte Donnerstagnachmittag im Monat doch für zahlreiche unter ihnen der einzige Ausgang und die einzige Möglichkeit, alte Bekannte oder Freunde zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten.
Unser aus derzeit acht Damen bestehendes Team trifft sich reihum vor jedem Kaffeestündle zusammen mit Herrn Pfr. Behrend und berät in gemütlicher Runde den Ablauf des kommenden Nachmittags: Was bieten wir an? Etwas Süßes – gekauft oder selbstgebacken? Butterbretzeln? Welche Blumen und Servietten brauchen wir, damit die Tische besonders hübsch aussehen? Mit welchem Programm wollen wir unsere Seniorinnen und Senioren erfreuen? Mal ist es ein Film, ein Diavortrag, ein musikalischer Beitrag, heitere Gedächtnisspiele, die die grauen Zellen aktivieren, eine Dichterlesung, ein Vortrag zur Hausapotheke oder zur Straßenverkehrssituation im Blick auf ältere Menschen, der Besuch des Schülerchors und der Theater-AG der Roßbergschule,.... An geeigneten interessanten Beiträgen fehlt es nie.
Unter der Klavierbegleitung von Herrn Simschek wird auch eifrig gesungen, vor allem wenn es um die Geburtstagslieder am Ende des Nachmittags geht.
Viele anerkennende Worte und das von Herzen kommende "Dankeschön für den schönen Nachmittag" unserer Seniorinnen und Senioren beim Abschied sind reicher Lohn und zugleich neuer Ansporn für unser Team, das nächste Kaffeestündle wieder mit Liebe und guten Ideen vorzubereiten.
SM

Tansania und unser Gemeindefest

Bugamba: ein Dorf in Tansania am Tanganyika-See , im äußersten Westen des Landes, nur wenige Kilometer von der Grenze nach Burundi entfernt. Ein Dorf, bisher ohne gesundheitliche Versorgung. Aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage des Landes ist mit staatlicher Hilfe nicht zu rechnen.
Gideon S. Kibambai, ein tansanischer Mediziner, hat in Bugamba zusammen mit den Einwohnern des Dorfes und der christlichen Gemeide am Ort mit dem Aufbau eines Basisgesundheitsdienstes, dem "Bugamba Rural Health Program", begonnen. Er berichtet:
"Der Ort kann nur mit dem Boot erreicht werden. Es gibt keine Straßen, denn die Gebirgszüge schließen die Ortschaften am See ein. Der Weg über die Berge ist mühsam und weit. Die Kranken müssen in gemieteten Fischerbooten in die Regionalhauptstadt Kigoma (5-6 Stunden) transportiert werden. Nur wohlhabende Patienten können sich einen solchen Transport leisten. Es besteht auch ein öffentlicher Schiffsverkehr mit Booten, die bis zu 20 Personen fassen, allerdings nur zweimal wöchentlich. Die Haupterwerbsquelle der Menschen in dieser Region ist der Fischfang. Daneben werden in bescheidenem Umfang Cassava, Bananen, Süßkartoffeln und Bohnen angebaut. Es kommt häufig zu Wurmerkrankungen, Malaria, Fehlernährungen, Amöbiasis, Infektionen der Luftwege, Lungenentzündungen und Harnwegentzündungen. Dazu treten epidemisch und saisonbedingt Cholera und Hirnhautentzündungen auf. Auch Bilharziose und Durchfall sind weit verbreitet. Zunehmend sind Menschen von AIDS betroffen."
Vieles ist zu tun: Der Verein Medizinische Missionshilfe e.V. ist eine Gruppe von Christen aus verschiedenen Kirchen. Einige haben in Entwicklungsländern in unterschiedlichen Bereichen gearbeitet. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, afrikanische Christen, Kirchen und Gemeinden in ihrem eigenständigen Bemühen zu begleiten. Wir glauben an das Heil in Jesus Christus und an die Liebe Gottes zu uns Menschen. Wir sind der Überzeugung, daß sich der christliche Glaube nicht auf das individuelle Heil beschränken kann. Wenn wir das Evangelium ernst nehmen wollen, kommen wir an der Frage nicht vorbei, was die christliche Botschaft zu den drängenden Problemen unserer Zeit zu sagen hat. Diese Botschhaft wird glaubwürdig, wenn wir uns in Solidarität für die Lebensbelange von Benachteiligten einsetzen.
Am Gemeindefest können Sie sich persönlich über diese Arbeit informieren – ein Teil des Erlöses wird diesem Projekt zugutekommen!
Herbert Binder

Luther-Gedenken 1996: Der katholische Luther

Knapp 34 Jahre ist Martin Luther alt, als er am 31. Oktober 1517 die 95 Thesen über die Buße veröffentlicht. Damit beginnt die Reformation, aus der schließlich die evangelische Kirche hervorgeht. Luther empfindet sich damals und auch noch lange danach als treuer Katholik.
Als Sohn katholischer Eltern wird er in katholischer Frömmigkeit erzogen. Zu seinen Schlüsselerlebnissen gehört jenes Gewitter in der Nähe von Stotternheim, bei dem ein Blitz ihn fast getroffen hätte. Als es neben ihm einschlägt, ruft Luther: "Hilf, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!"
Sein Versprechen gegenüber der heiligen Anna löst Luther dann auch ein. Zwangzig Jahre lang ist er Augustiner-Mönch. Er lebt in einem Kloster in Erfurt, das einer strengen Richtung angehört. Der Eifer, mit dem er Mönch ist, fällt seinen Oberen auf. Sie veranlassen seinen Eintritt in den Priesterstand, und bald vertraut man ihm auch Aufsichtsämter in seinem Orden an.
Als Luther 1510 in Angelegenheiten seines Ordens nach Rom reist, sieht er die Ewige Stadt ganz mit den Augen des frommen Katholiken. Erst Jahrzehnte später distanziet er sich von dem, was er damals erlebt hat. Als er sich daran erinnert, was er dort gesucht, geglaubt und gemacht hat, bezeichnet er sich als "tollen Heiligen".
Nach 1517 kritisiert Luther den Papst zunehmend und bezeichnet ihn schließlich sogar als Antichristen. Es scheint, als habe er damit alle Bande zur katholischen Kirche abgeschnitten. Dennoch bleibt festzuhalten: Er ist aus der Mitte der katholischen Kirche hervorgegangen und hat in ihr seine Wurzeln. Als er ins Kloster eintrat, wurde ihm dort eine Bibel ausgehändigt. Die Beschäftigung mit diesem Buch macht ihn zum Reformator. Empfangen hat er es von der katholischen Kirche. Im Studium der katholischen Theologie lernt er Fragen und Antworten, Methoden und Denkmodelle kennen, die ihm zu seinen Entdeckungen mit verhelfen und die ihm unentbehrlich bleiben bei der Formulierung seiner eigenen Theologie.
Nicht zuletzt verdankt Luther manchen Katholiken ganz persönliche Hilfe – z.B. dem Johann von Staupitz, seinem Ordensvorgesetzten und Beichtvater. Nach Luthers eigenem Bekunden hat Staupitz ihm "das Licht des Evangeliums" gezeigt: "Ich habe meine ganze Sache von Staupitz; der hat mir dazu verholfen", äußert er später. Staupitz war Katholik und schloß sich der Reformation nicht an. Luther blieb ihm dennoch verbunden.
aus: Christof Warnke: Die Bibel ist nicht vom Himmel gefallen, Frankfurt 1990.

Termine - Treffs - Kontakte

So 21. 7. ab 10 Uhr Gemeindehaus Sommerfest der Kirchengemeinde
Do 24. 7. 8 Uhr Kirche Gottesdienst zum Schulschluß (Hauptschule)
10.30 Uhr Kirche Gottesdienst zum Schulschluß (Grundschule)
Fr 26. 7. 20 Uhr Gemeindehaus Sitzung des KGR
Sa 27.7. 14 Uhr Kirche Goldene Hochzeit von Martin und Irene Bader
Sa 27.7. 16 Uhr Kirche Trauung von Stefan Zeeb und Heike Zagst
So 28. 7. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst (8. Sonntag n. dem Dreieinigkeitsfest)
Do 1.8. 14 Uhr am Rathaus Wanderung d. Jüngeren Senioren
So 4.8. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst (9. SndD)
So 11.8. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst (10. SndD)
So 18.8. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst (11. SndD)
So 18.8. 11 Uhr Roßberghang Gottesdienst im Grünen (Pfr. Peter, Gomaringen)
So 25.8. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst (12. SndD)
Sa 31. 8. 20 Uhr Kirche Orgelkonzert
Di 3.-Fr 6. 9. 9 Uhr Gemeindehaus Kinderbibelwoche
So 8. 9. 9.30 Uhr Kirche Familien-Gottesdienst
Mo 9.-Do 12.9. Gemeindehaus Großputz
Fr 13. 9. 9.45 Uhr Kirche Einschulungs-Gottesdienst
Sa 14.9. 14 Uhr Kirche Trauung von Cornelia Schwabe und Ulrich Rempfer
So 15. 9. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst mit Taufen (15. SndD)
So 15. 9. 11 Uhr Roßberghang Gottesdienst im Grünen (Pfr. Wassermann, Gomaringen)
Do 19. 9. 14.30 Uhr Roßberg-Haus Kaffeestündle
So 22.9. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst (16. SndD)
Mo 23.-Mo 30.9. Seniorenfreizeit
Sa 28.9. 14 Uhr Kirche Trauung von Petra Eissler und Ralf Glaunsinger
So 29.9. 9.30 Uhr Kirche Gottesdienst (Michaelis)
So 6.10. 9.30 Uhr Kirche Erntedank-Gottesdienst